Von seiner privaten Wetterstation meldet Wilfried Hölters aus Nettetal Daten für die weltweite Forschung.

Klima
Wilfried Hölters betreibt in Nettetal eine Wetterstation und sammelt Daten über Blitze, Windstärke und Temperatur.

Wilfried Hölters betreibt in Nettetal eine Wetterstation und sammelt Daten über Blitze, Windstärke und Temperatur.

Burghardt

Wilfried Hölters betreibt in Nettetal eine Wetterstation und sammelt Daten über Blitze, Windstärke und Temperatur.

Niederrhein. Übers Wetter weiß er alles: „Meine Daten lügen nicht“, sagt Wilfried Hölters. Und das melden seine Daten an diesem Tag gerade: 0,4 Millimeter Regen, Luftfeuchte 79 Prozent, Temperatur 20,5 Grad, die nächste Blitzentladung ist, Gott sei Dank, 289 Kilometer entfernt. „Ich kann alle Blitze orten, auch in Algerien oder sonst wo in Afrika“, lächelt der Nettetaler.

Die Station gehört zu einem Netzwerk von Gleichgesinnten

Seine Wetterdaten stellt er für jedermann ins Internet. Ein Kontrollzentrum mit Satellitenschüsseln braucht Hölters nicht: „Ein Blick auf den Laptop und ich weiß Bescheid übers Wetter“, erklärt er. Der Computer erhält die Daten per Funk von der ISS-Wetterstation (Integrierte Sende-Station) im Garten. „Windstärke und Windrichtung, Temperatur, ach, einfach alles wird hier gemessen“, sagt Hölters.

Seine Begeisterung für alles Technische führte ihn vor Jahren „irgendwie zur Wettermessung“. Für sein Wetterarchiv, das er auch online stellt, hat er Grafiken teils selbst entworfen: „Da kann man zum Beispiel genau überprüfen, wie das Wetter in Nettetal-Kaldenkirchen auf den Tag genau vor drei Jahren war.“

„Ich kann alle Blitze orten, auch in Algerien oder sonst wo in Afrika.“

Wilfried Hölters, Hobby-Wetterkundler

Hölters’ private Wetterstation gehört zu einem Online-Netzwerk von Gleichgesinnten an Rhein und Ruhr. Er ist über seine Homepage mit ihnen verlinkt – und mit dem Internationalen Wetterstationen-Webring. Über diese Links lässt sich etwa ablesen, dass Wetterstationen in Krefeld gerade 20,3 Grad Wärme melden, in Rheinberg 20,2, in Viersen 19,7 oder in Willich 21,4 Grad.

Das Archiv ist auch nützlich für die Forschung

Nützlich ist so ein Wetterarchiv für die Klimaforschung. Hölters zeigt auf eine seiner Grafiken am Monitor: „Da merkt man schon eine Veränderung, auch in den ersten Monaten dieses Jahres“, sagt er. „Es war zwar leicht wärmer, aber mit extremen Schwankungen.“

Neben der Blitzortung misst Wilfried Hölters seismologische Erschütterungen, übermittelt sie an die Erdbeben-Datenbank der Stanford University in den USA. So dient sein Hobby auch der Forschung, möglichst frühzeitig etwa vor Erdbeben, Unwettern oder Nebel zu warnen. Seine Homepage verweist auch auf Wetterdienste – für alle, die wissen wollen, wie das Wetter morgen wird: „Ich bin ja kein Meteorologe, bei mir braucht deshalb keiner nachzufragen, wie die Wetterprognosen sind“, meint Hölters. Sonst aber weiß er alles übers Wetter.

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