Die Nordwestbahn ist mit zu wenigen Wagen unterwegs. Züge sind überfüllt, Reisende bleiben am Bahnsteig zurück.

Dieses Foto entstand am Mittwoch zwischen 17 und 17.30 Uhr auf der Fahrt von Düsseldorf nach Kleve.
Dieses Foto entstand am Mittwoch zwischen 17 und 17.30 Uhr auf der Fahrt von Düsseldorf nach Kleve.

Dieses Foto entstand am Mittwoch zwischen 17 und 17.30 Uhr auf der Fahrt von Düsseldorf nach Kleve.

Howe

Dieses Foto entstand am Mittwoch zwischen 17 und 17.30 Uhr auf der Fahrt von Düsseldorf nach Kleve.

Niederrhein. „Das ist chaotisch und total gefährlich.“ So beschreibt der Grefrather Pendler Thorsten Howe die derzeitige Situation in den Zügen des Regionalexpresses (RE) 10 zwischen Kleve und Düsseldorf. Die Nordwestbahn (NWB) stelle derzeit zu wenige Waggons zur Verfügung. Howe: „Mal hängt ein Wagen dran, manchmal auch zwei.“ Die Folge sei, dass sich die Fahrgäste in den Waggon quetschen müssen. Und: Auf den Bahnsteigen – unter anderem in Kempen, Krefeld und Düsseldorf – würden Pendler nicht mitgenommen.

„Das glich eher einem Viehwaggon als einer Personenbeförderung.“

Thorsten Howe, Pendler

Ein Vorfall am Mittwoch brachte laut Thorsten Howe das Fass zum überlaufen. „Um 17.09 Uhr fuhr von Düsseldorf aus nur ein Zug mit einem Wagen in Richtung Kleve“, erzählt der Grefrather. „Das ganze glich eher einem Viehwaggon als einer Personenbeförderung.“ Außerdem seien etwa 20 Personen in Düsseldorf stehen gelassen worden. „Die Menschen im Waggon fragten sich, was passiert, wenn der Zug plötzlich bremsen muss. Diese Zustände sind unhaltbar“, ergänzt Howe, der täglich von Kempen zu seinem Arbeitsplatz nach Düsseldorf mit der NWB fährt.

Beim Verkehrs-Verbund Rhein-Ruhr (VRR), der nach Rücksprache mit den Kommunen die Verteilungspläne für die Wagen erarbeitet, ist der Problemfall „Niers-Express“ bekannt: „Wir sind über die Sachlage informiert. Die Situation ist für die Fahrgäste keineswegs zufriedenstellend“, sagt der stellvertretende VRR-Sprecher Johannes Bachteler auf Anfrage der WZ.

Der Verkehrsverbund führt Gespräche mit der Nordwestbahn

Nach VRR-Angaben wird derzeit an einer „Verbesserung der Lage“ gearbeitet. „Aber so etwas geht nicht von jetzt auf gleich“, erklärt Bachteler. „Wir können nicht von einem auf den anderen Tag irgendwo einen Wagen abziehen und woanders einsetzen.“ Man könne die Strecken der Regionalzüge nicht „so flexibel handhaben“. „Verkehrsbetriebe wie die Rheinbahn haben es da einfacher. Die können zum Beispiel nach Bedarf einen zusätzlichen Bus stellen“, so Bachteler. Einen Zeitpunkt, wann sich die Situation verbessern wird, konnte der VRR-Sprecher am Donnerstag nicht nennen. Nur so viel: „Es laufen Gespräche mit der Nordwestbahn.“

Verspätungen und Zugausfälle sind auf der Strecke an der Tagesordnung

Für das Unternehmen sind die aktuellen Probleme nicht der erste Fall. Seitdem die NWB die Strecke bedient (Januar 2010), treten immer wieder Schwierigkeiten mit Verspätungen, Zugausfällen und Baustellen auf (die WZ berichtete). Bereits im September schob der NWB-Geschäftsführer Martin Meyer-Luu die Probleme auf einen Unfall im Gelderner Bahnhof, bei dem mehrere Wagen zerstört worden waren. Diese Wagen fehlten dem Unternehmen. Ein weiterer Grund für überfüllte Züge sei, dass die Kommunen zu wenige Wagen bestellen. Mit Blick auf den „fahrgastreichen Winter“ sagte Meyer-Luu schon im September: „Wie die Fahrzeuglage ab November aussieht, ist bislang völlig unklar.“

Eine NWB-Stellungnahme zum aktuellen Problem auf der Strecke des Niers-Expresses war am Donnerstag nicht zu erhalten.

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