Millionenzahlungen sollen zurückgehalten werden. Allein 2010 gab es 1.500 Streckenstörungen beim Niers-Express.

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Überfüllte Züge im Niersexpress sind an der Tagesordnung.

Überfüllte Züge im Niersexpress sind an der Tagesordnung.

Überfüllte Züge im Niersexpress sind an der Tagesordnung.

Niederrhein. Dass die Verbindung Kleve-Düsseldorf über Kempen und Krefeld nicht zu ihren Paradestrecken gehört, hat die Nordwestbahn nach der Kritik von Fahrgästen in der Westdeutschen Zeitung eingeräumt. Aber jetzt äußert das Unternehmen selbst Kritik: Der Winterdienst der DB-Netz sei miserabel und habe mit dazu beigetragen, dass die Nordwestbahn (NWB) die Fahrpläne nicht habe einhalten können. „Dabei zahlen wir an DB-Netz für die ganzjährige Nutzung der Schieneninfrastruktur einen zweistelligen Millionenbetrag“, sagt NWB-Sprecher Timo Kerßenfischer. Nun droht das Unternehmen damit, eine Millionenzahlung zurückzuhalten.

NWB fühlt sich ausgebremst. Immer häufiger sorgten Bahnübergangsstörungen, Stellwerksausfälle, festgefrorene Weichen, Langsamfahrstellen und Personalausfälle bei DB-Netz dafür, dass man die Kunden nicht pünktlich ans Ziel bringen könne. Und während in Ostwestfalen viele DB-Mitarbeiter vor Ort mit Engagement gegen Schnee und Eis ankämpften, habe man ein solches Bemühen am Niederrhein vermisst.

Wegen eingefrorener Weichen steckten Bahnen im Depot fest

So hätten die Züge der Nordwestbahn am Tag vor Weihnachten über Stunden das Depot in Duisburg nicht verlassen können, weil Weichen eingefroren waren. „Es fehlen schlichtweg funktionierende Weichenheizungen“, sagt Kerßenfischer.

Ganz dramatisch sei die Situation beim Niers-Express Kleve-Düsseldorf. „Nicht weniger als 1.500 Streckenstörungen haben wir dort im vergangenen Jahr gezählt“, so Kerßenfischer. Schranken funktionierten nicht, Signale fielen aus, Langsamfahrstellen behinderten den Verkehr. „Das sind im Schnitt vier Streckenstörungen pro Tag. Das erschwert es uns immens, den Fahrplan im 30-Minuten-Takt verlässlich einzuhalten“, so Kerßenfischer.

Immer wieder habe man die Mängelliste mit DB-Netz diskutiert, sagt Kerßenfischer. Weil dies aber nicht zu Verbesserungen geführt habe, drohe man nun mit dem Stopp der Zahlungen – und will Bundesnetzagentur und Verkehrsministerium einschalten.

Seit gut einem Jahr fährt die Nordwestbahn im Auftrag des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr auf der Strecke Kleve-Düsseldorf. Es handelt sich um ein Tochterunternehmen der Stadtwerke Osnabrück, der Wasser GmbH Oldenburg und der Veolia Verkehr Berlin.
 

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