In diesem Jahr soll die Zahl auf 34 000 ansteigen. Der Anstieg sei auf ein unzureichendes Studienplatzangebot in Deutschland, auf die verkürzte Schulzeit und auf die Abschaffung des Wehrdienstes zurückzuführen.

Jens von Keitz fühlt sich wohl bei seinem Psychologie-Studium in Holland.
Jens von Keitz fühlt sich wohl bei seinem Psychologie-Studium in Holland.

Jens von Keitz fühlt sich wohl bei seinem Psychologie-Studium in Holland.

Oliver Berg

Jens von Keitz fühlt sich wohl bei seinem Psychologie-Studium in Holland.

Grenzland. Die Zahl deutscher Studenten in den Niederlanden steigt rasant an. Das berichtete Kultur-Staatssekretär Halbe Zijlstra jetzt vor dem niederländischen Kabinett. Er sehe die Gefahr der Überrepräsentanz durch eine Nation. Dies könne sich auf die Qualität des Studiums auswirken, so Zijlstra.

„Die Deutschen sollen sich an den Kosten beteiligen.“

Halbe Zijlstra, niederländischer Staatssekretär

Insbesondere in den Grenzregionen nehme die Zahl deutscher Studenten an niederländischen Fachhochschulen und Universitäten sprunghaft zu. 2010 besuchten 24 000 deutsche Studenten niederländische Hochschulen. In diesem Jahr wird bereits mit 34 000 Studenten aus Deutschland gerechnet.

Der rasante Anstieg sei auf ein unzureichendes Studienplatzangebot in Deutschland, auf die verkürzte Schulzeit (Abitur nach zwölf Jahren) und auf die Abschaffung des Wehrdienstes zurückzuführen.

Studiengänge werden bei Fontys in Venlo auf Englisch umgebaut

In Deutschland studieren hingegen nur 19 000 niederländische Studenten. Zijlstra unterstrich, dass die Niederlande die Internationalisierung ihrer Hochschulen förderten. Doch die Überrepräsentanz Deutschlands sei eine Gefahr für die Qualität des Studiums. Er bezifferte den Verlust der Niederlande auf jährlich etwa 90 Millionen Euro. Zijstra: „Die Deutschen sollen sich an den Kosten beteiligen.“

In der Fontys-Hochschule Venlo reagierte man gelassen auf die Ausführungen des Staatssekretärs. Fontys sei bereits dabei, die rein deutsch-sprachigen Studiengänge auf englisch umzubauen, so dass Studenten aus aller Welt gemeinsam mit den bei Fontys „gern gesehenen Studenten aus Deutschland“ studieren könnten.

Insbesondere die von Deutschen stark nachgefragten Studiengänge Logistik und Technik orientierten sich am Arbeitskräftebedarf der Region, so ein Fontys-Sprecher.

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