Nawida Ariyan, aus Afghanistan stammende Studentin der Hochschule Niederrhein, hat neue Kleidung für die Mönchengladbacher Marschierer entworfen.

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Nawida Ariyan mit den ersten Musterjacken für die Schützen. Die aus Afghanistan stammende Studentin hat die Uniformen entworfen.

Nawida Ariyan mit den ersten Musterjacken für die Schützen. Die aus Afghanistan stammende Studentin hat die Uniformen entworfen.

NN

Nawida Ariyan mit den ersten Musterjacken für die Schützen. Die aus Afghanistan stammende Studentin hat die Uniformen entworfen.

Niederrhein. Der Schütze am Niederrhein hat’s nicht immer leicht: „Unsere angestammten Schützenjacken sind nicht unbedingt bequem, der dicke Stoff kratzt oft und lässt uns schwitzen. Nicht nur Schützenschwestern beklagen, dass der Schützentracht der notwendige Chic fehlt.“ So beschreibt Gladbachs Schützenchef Horst Thoren die Ausgangslage in Sachen Textilien.

Erste Prototypen wurden im vergangenen Jahr entwickelt

Seiner Ansicht nach war das Handlungsbedarf genug für eine „Uniform der Zukunft“. Ein Projekt, das die Schützen zusammen mit der Hochschule Niederrhein schon seit einiger Zeit verfolgen.

Aus ersten Gesprächsrunden mit Mode-Experten, diskutiert im Ausschuss für Geschichte und Brauchtum der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften, entstand zunächst ein Projektauftrag für neun Studentinnen, die im Vorjahr erste Prototypen entwickelten – inklusive „Modenschau“ im Dicken Turm, der Schützenfestung in der Gladbacher Altstadt (die WZ berichtete).

„Tradition und Chic schließen sich nicht aus, Schützen und Mode passen gut zusammen.“
Horst Thoren, Schützenchef in Mönchengladbach

Schützen und Mode – passt das zusammen? Nawida Ariyan beantwortet diese Frage mit einem klaren Ja. An der Hochschule hat die aus Afghanistan stammende Studentin, begleitet und gefördert von ihrer Professorin Ute Detering-Koll, eine Uniform entwickelt, die nach Angaben der Schützen „in Schnitt und Tragekomfort modernsten Standards entspricht“.

Die ersten acht Musterjacken liegen jetzt vor

Entworfen hat die 25-Jährige für ihre Bachelor-Arbeit im Fachbereich Bekleidungstechnik vier Modellvarianten – für Männer und Frauen in einer modischen und in einer traditionellen Linie. Das Mitglied der Projektgruppe, das seit 17 Jahren in Deutschland lebt und vor dem Studium eine Ausbildung zur Modenäherin gemacht hat, perfektionierte die Entwürfe.

Neuheit: So beschreiben die Verantwortlichen der Brauchtumsvereine die Neuheit in Sachen Schützen-Uniform: Stoff: Der leichte, modische und strapazierfähige Stoff wird ansonsten für Freizeitkleidung genutzt. Passform: Die moderne Passform ist für Frauen figurbetont, für Schützenbrüder an der Bauchweite orientiert. Aufbereitung: Die wetterfeste Aufbereitung lässt Paraden auch bei Nieselregen zu.

Mit ihrer ausgezeichneten Abschlussarbeit (Note 1,3) führte die in Kabul geborene Düsseldorferin die „Uniform der Zukunft“ zur Produktionsreife. Das Ergebnis liegt jetzt in acht, von einem westfälischen Kleiderproduzenten erstellten Musterjacken vor (siehe Info-Kasten).

Lob für der Schützen neue Kleider kommt von den Marschierern selbst, aber unter anderem auch von der betreuenden Professorin, die mit der Arbeit von Nawida Ariyan „mehr als zufrieden ist“ und ihr mit Stolz die Bestnote gab.

Gladbachs Schützenchef hofft als Vorsitzender des Ausschusses für Geschichte und Brauchtum, dass die Musteruniform bald in Produktion geht. Der Verband der Bekleidungsindustrie, in das Projekt eingebunden, hat bereits mitgeteilt, dass ein Hersteller Interesse angemeldet hat.

Auch Traditionalisten sollen am neuen Look ihre Freude haben

Die Projektgruppe freut das: Schließlich soll die „Uniform der Zukunft“ als „Schützen-Modell MG“ die Schützen auch modisch nach vorne bringen. Thoren und die Projektbegleiter aus Mönchengladbach und Korschenbroich sind sicher, dass selbst Traditionalisten am neuen Look Freude haben werden: „Tradition und Chic schließen sich nicht aus. Schützen und Mode passen gut zusammen.“

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