Vor Gericht zeigte der 38-Jährige Reue: Bei Opfern entschuldigt.

Krefeld/Niederrhein. „Ich habe mich nie als Zuhälter gesehen“, sagte Mahmut K. am letzten Prozesstag. Das Landgericht Krefeld sah dies anders und verurteilte den 38-Jährigen am Montag zu vier Jahren Haft. Wegen Zuhälterei, schweren Menschenhandels und Vergewaltigung muss der Krefelder ins Gefängnis.

Wenn die Frauen nicht spurten, gab es Ohrfeigen

Dabei war es nicht die „Rache der Frauen“, wie es Mahmut K. gegenüber dem psychologischen Gutachter vermutete, die ihm die Strafe einbrachte, sondern vielmehr sein Lebensstil. In den Jahren 2007 bis 2010 hatte K. eine Reihe von Frauen zur Prostitution bewegt. Dabei soll Mahmut K. die Frauen auch geschlagen haben, wenn diese seine Forderungen nicht erfüllten.

Eine der Zeuginnen arbeitete zwar schon zuvor als Prostituierte, doch auch hier sei der Angeklagte als Zuhälter aufgetreten, kassierte den größten Teil der Einnahmen und schlug zu. Mit vier der Frauen hatte der Verurteilte ein Verhältnis. Zunächst gewann er das Vertrauen der Frauen, spielte ihnen Beziehungen vor, um sie dann zur Prostitution aufzufordern.

Einige der Frauen hatten freiwillig mit der Prostitution angefangen

Dabei suchte er sich seine Opfer gezielt aus und bekam Tipps aus dem Rotlichtmilieu. „Ich habe die Frauen zu nichts gezwungen. Sie hätten jederzeit gehen können. Es gab Ohrfeigen, aber das hatte nichts mit der Arbeit zu tun“, wiederholte Mahmut K. in seiner abschließenden Erklärung nochmals vor Gericht. Er zeigte aber auch Reue: „Ich entschuldige mich dafür, die Frauen verletzt zu haben. Ich habe mir das Ganze schön geredet.“

Sein Verteidiger erklärte, sein Mandant sei nicht mit anderen Zuhältern zu vergleichen. „Er ist nicht der böse Zuhälter, der Frauen schlägt und bedroht“, so der Verteidiger. Auch die Staatsanwältin räumte ein, dass einige der Frauen freiwillig mit der Prostitution begonnen hatten. Zum Weitermachen habe der Angeklagte die Frauen jedoch genötigt. Die Staatsanwaltschaft forderte deshalb vier Jahre und vier Monate Haft.

Keine Strafmilderung wegen Suchtmittelkonsum

Aktionstag: Der weltweite Tag des Artenschutzes macht auf nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen geschützte Tier- und Pflanzenarten aufmerksam, die durch Handel und Schmuggel gefährdet sind.

 

Rote Liste: Am Niederrhein gelten nach der Roten Liste über 40 Prozent der Tier- und Pflanzenarten als gefährdet. Nach neuen Beobachtungen nimmt auch die Zahl früher häufiger Tiere wie Kuckuck, Habicht und Rebhuhn ab, dazu gilt der Bestand ohnehin seltener Tiere wie Knoblauchkröte als stark gefährdet.

 

Maßnahmen: Verbände wie der Nabu (Naturschutzbund Deutschland) und Einrichtungen wie Biologische Stationen erfassen den Bestand von Tieren und Pflanzen, setzen sich durch Aufklärung und Projekte für den Artenschutz ein.

 

Erfolge: Als beispielhaft für gelungene Naturschutzmaßnahmen für gefährdete Tiere und Pflanzen gelten die grenzüberschreitende Projekte Lüsekamp und De Meinweg: Hier hat sich der Bestand an Kreuzottern erholt, Ackerkräuter wie Lämmersalat, Insekten wie seltene Libellen und Schmetterlinge und Vogelarten wie der Neuntöter scheinen wieder heimisch zu werden.

Die Verteidigung wollte auf den Zusammenhang der Straftaten mit dem erheblichen Alkohol- und Kokainmissbrauch verweisen und damit ein milderes Urteil erreichen. Doch der Gutachter stellte vor Gericht klar: „Der Suchtmittelkonsum war nicht Ursache des kriminellen Verhaltens, sondern Begleiterscheinung.“ Damit schied eine Strafmilderung aus.

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