Hunde, die auf den Feldern toben, verursachen Schäden. Zudem haben Verunreinigungen durch Hundekot weitreichende Folgen.

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Neugieriger Blick auf die Felder: Aber Hunde haben auf den Äckern nichts verloren, sagen die Landwirte.

Neugieriger Blick auf die Felder: Aber Hunde haben auf den Äckern nichts verloren, sagen die Landwirte.

Friedhelm Reimann

Neugieriger Blick auf die Felder: Aber Hunde haben auf den Äckern nichts verloren, sagen die Landwirte.

Niederrhein. Der Blick aufs Thermometer lässt zwar noch keine Frühlingsgefühle aufkommen. Aber die wärmere Jahreszeit rückt definitiv näher. Salat, Spargel oder Erdbeeren von heimischen Äckern sind dann wieder gefragt. Bis es so weit ist, brauchen die Pflanzen aber noch ein bisschen Zeit, um in Ruhe zu wachsen.

„Hundehalter sollten bitte auf den Wegen bleiben.“

Wolfgang Wappenschmidt, Vorsitzender Kreisbauernschaft Neuss-Mönchengladbach

Grund genug, Hundebesitzer aufmerksam zu machen, findet der Vorsitzende der Kreisbauernschaft Neuss-Mönchengladbach, Wolfgang Wappenschmidt: „Die Folien und der Vlies auf den Erdbeer- und Salatfeldern, die zurzeit ausgelegt sind, können durch freilaufende Hunde beschädigt werden. Das kostet den Landwirt viel Geld“, sagt Wappenschmidt.

Spazierengehen fernab von Verkehrslärm sei auch durchaus möglich, so Wappenschmidt: „Aber Hundehalter sollen bitte auf den Wegen bleiben und keine Bälle, Stöckchen oder ähnliches in die landwirtschaftlichen Flächen werfen. Schon ein einziger Besuch ihres vierbeinigen Freundes hinterlässt Spuren in Feldern und Wiesen und kann zur Verschmutzung und Vernichtung zahlreicher Kulturpflanzen führen.“ Übrigens: Auch Stöcke und Äste behindern den Landwirt bei der Ernte.

Was unbedachten Herrchen und Frauchen vielleicht nicht klar ist: Die Verunreinigung von Futterflächen durch Hundekot hat weitreichende Folgen. So kann Kot von Fleischfressern Krankheiten übertragen. Auch wirtschaftlich hat die Verunreinigung von Futterflächen Folgen. So gibt die EU strenge Hygiene-Vorschriften bei der Gewinnung von Lebensmitteln vor. „Ihre Einhaltung ist nicht sichergestellt, wenn Futtermittel verunreinigt sind“, erklärt Wappenschmidt. Im schlimmsten Fall könne das Weidefutter dann nicht verwertet werden. Für erzeugte Produkte wie Fleisch oder Milch trage der Landwirt aber die volle Verantwortung.

Hundehaufen müssen eingesammelt werden

Der Vorsitzende rät den Bauern zum Dialog mit den Hundebesitzern: „Nur so entsteht gegenseitiges Verständnis. Den Hundehaltern muss verdeutlicht werden, die Hundehaufen ihrer Vierbeiner nicht nur in Stadtparks, sondern auch auf Wiesen und Weiden auf dem Land einzusammeln und mitzunehmen.“

Auch Müll auf den Feldern ist ein großes Ärgernis für Landwirte. Darauf weist der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) hin. Ob Aludosen, Fast-Food-Verpackungen oder Flaschen – immer mehr Müll würde achtlos weggeworfen. Insbesondere Autofahrer hätten keine Hemmungen Müll aus dem Fenster zu werfen.

Tiere können sich am Müll verletzen. Scharfkantige Metallteile verursachten Schnittwunden im Verdauungstrakt von Rindern und Schafen. Manchmal müssten Dosenreste sogar operativ entfernt werden. Der RLV appelliert daher, das Wegwerfen von Müll auf Felder zu unterlassen.

Das findet auch Frank Rühl von der Interessengemeinschaft Hundelobby Krefeld. „Die Hundebesitzer müssen den Kot ihrer Tiere überall aufnehmen – auch auf den Feldern“, so Rühl. Er versteht den Ärger von Landwirten, wenn frisch eingesäte Felder von Hunden als Auslauf genutzt werden. Daher appelliere die Interessengemeinschaft auch immer wieder an Hundebesitzer, Rücksicht zu nehmen. ulli

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