Bis 2013 müssen die Gemeinden im Bistum Aachen ein Gebäudekonzept erarbeitet haben. Es fehlen Millionen Euro zur Instandhaltung.

Hier gibt es bereits neue Nutzungen: In Mönchengladbach wird in Kirchenbauten mittlerweile geklettert (St. Peter, Waldhausen) und bestattet (St. Elisabeth, Eicken).
Hier gibt es bereits neue Nutzungen: In Mönchengladbach wird in Kirchenbauten mittlerweile geklettert (St. Peter, Waldhausen) und bestattet (St. Elisabeth, Eicken).

Hier gibt es bereits neue Nutzungen: In Mönchengladbach wird in Kirchenbauten mittlerweile geklettert (St. Peter, Waldhausen) und bestattet (St. Elisabeth, Eicken).

Hier gibt es bereits neue Nutzungen: In Mönchengladbach wird in Kirchenbauten mittlerweile geklettert (St. Peter, Waldhausen) und bestattet (St. Elisabeth, Eicken).

Knappe/Archiv, Bild 1 von 2

Hier gibt es bereits neue Nutzungen: In Mönchengladbach wird in Kirchenbauten mittlerweile geklettert (St. Peter, Waldhausen) und bestattet (St. Elisabeth, Eicken).

Niederrhein. Die Katholiken im Bistum Aachen werden auch in den kommenden Jahren nicht zur Ruhe kommen: Nach der Umstrukturierung der Seelsorgebereiche („Gemeinschaft der Gemeinden“, kurz GdG), rücken nun im großen Stil die kirchlichen Gebäude in den Fokus.

„Wir möchten mehr in Menschen und weniger in Steine investieren.“

Manfred von Holtum, Generalvikar des Bistums Aachen

Der Hintergrund: Von der Nord-eifel bis zum Niederrhein gibt es mehr als 900 Kirchen, 450 Pfarrheime und -büros, für deren Betrieb und Instandsetzung bereits heute nicht mehr genügend Mittel zur Verfügung stehen.

„Aufgrund der rückläufigen Gläubigenzahl müssen wir uns in den nächsten Jahren zudem auf deutlich verringerte Kirchensteuereinnahmen einstellen“, sagt Generalvikar Manfred von Holtum, der Verwaltungschef des Bistums.

 

Die Umnutzung von St. Elisabeth in eine Grabeskirche als gutes Beispiel

Das Bistum rechnet vor, dass zwischen den Kosten, um alle pastoral genutzten Gebäude auf Dauer zu erhalten, und den zur Verfügung stehenden Mitteln ein Loch von 33 Prozent oder rund acht Millionen Euro jährlich klafft.

Deswegen müssen in den GdG bis 2013 neue Gebäudekonzepte erarbeitet werden, die mit den jeweiligen Pastoralkonzepten (mit Schwerpunkten etwa auf Jugendarbeit oder Musik) abgeglichen werden sollen. Der Generalvikar fasst es so zusammen: „Wir möchten mehr in Menschen und weniger in Steine investieren.“

Jede Gemeinschaft der Gemeinden verfüge über mehrere Kirchen, Pfarrheime, Pfarrbüros und Kapellen. „Da fällt die Entscheidung, welche Gebäude wie genutzt werden, oder gar eine Aufgabe von Kirchengebäuden, nicht leicht.“ Als ein „gutes Beispiel für die gelungene Umnutzung einer ehemaligen Pfarrkirche“ nennt der Verwaltungschef St. Elisabeth in Mönchengladbach, heute eine Grabeskirche für Urnenbestattungen.

Über die Nutzung von Gebäuden soll vor Ort entschieden werden

Eine andere Variante der (Teil-)Umnutzung ist bereits in Düren zu finden, wo der Pfarrsaal in die Kirche St. Marien integriert wurde. Von Holtum: „Diese Beispiele zeigen, dass mit Phantasie, Mut und Kreativität neue Nutzungs- und Bewirtschaftungsmöglichkeiten gefunden werden.“

Die Verantwortlichen in Aachen betonen allerdings, dass möglichst vor Ort über die Nutzung von Gebäuden entschieden werden soll. Dafür wurde das diözesane Unterstützungsprojekt „Kirchliches Immobilienmanagement“ unter der Leitung von Bernhard Stenmans, von Haus aus Architekt, ins Leben gerufen.

Laut Stenmans erheben dabei Fachleute die wichtigsten Daten der Immobilien, erstellen Instandhaltungsprognosen und führen eine Wertermittlung durch. Außerdem sollen sie mit den Projektgruppen der Gemeinden zusammenarbeiten, die aus Kirchenvorstand, Pfarrgemeinderat und pastoralem Personal gebildet werden.

Keine „schwarzen Listen“ für Kirchen

Auf die Frage nach möglichen Kirchenschließungen antwortet Manfred von Holtum, dass man „im Moment“ nicht mit festen Zahlen rechne. „Das kann nur im Prozess beantwortet werden.“ Nach wie vor gebe es keine „schwarzen Listen“. Aber er sagt auch, dass es im Extremfall passieren könnte, „dass ein Gebäude erst einmal geschlossen wird, bis eine Lösung, vielleicht auch erst in 15  Jahren, gefunden ist“.

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