Wegen Doppel-Abi und Wehrpflicht-Aus wird 2013 ein Ausnahmejahr.

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Wegen der Verkürzung der Gymnasialschulzeit werden 2013 zwei Jahrgänge in die Abiturprüfungen gehen.

Wegen der Verkürzung der Gymnasialschulzeit werden 2013 zwei Jahrgänge in die Abiturprüfungen gehen.

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Wegen der Verkürzung der Gymnasialschulzeit werden 2013 zwei Jahrgänge in die Abiturprüfungen gehen.

Niederrhein. Auf die Hochschulen und Universitäten in NRW, und damit auch auf die Hochschule Niederrhein an ihren Standorten Krefeld und Mönchengladbach, kommt eine große Studenten-Welle zu. Die Gründe dafür liegen in der Verkürzung der Gymnasialschulzeit von neun auf acht Jahre und in der Aussetzung der Wehrpflicht. Die Arbeitsagentur Krefeld hat bereits eine Extra-Kraft für die Berufsberatung in der Sekundarstufe 2 eingestellt.

Die Daten: Laut IHK Mittlerer Niederrhein wird sich im Sommer 2013 die Anzahl der Abiturienten in der Region wegen des Doppeljahrgangs einmalig um etwa 74 Prozent erhöhen. Gerechnet wird mit 8700 Schülern mit Hochschulreife, 3700 mehr als im Vorjahr.

Hinzu kommen, so schätzt das Wissenschaftsministerium in Düsseldorf, 60 000 zusätzliche Studenten bundesweit und 20 000 im Land, die keinen Wehr- oder Zivildienst mehr leisten müssen. „Wir rechen mit einem ,Run’ auf Studienplätze“, sagte eine Sprecherin des Ministeriums der WZ.

„Durch die steigende Zahl der Studienanfänger werden sich die Bedingungen an der Hochschule Niederrhein nicht verschlechtern.“

Professor Michael Lent, Vizepräsident der Hochschule

An der Hochschule Niederrhein rechnet man damit, dass 20 bis 25 Prozent mehr Studenten als in den bisherigen Jahren anfangen werden. Im Rahmen des Hochschulpaktes 2020 sei vereinbart worden, dass die Hochschule bis zu 2880 Studenten des ersten Fachsemesters aufnehmen werde. Zum aktuellen Wintersemester hatten sich rund 2400 Schüler eingeschrieben (beworben hatten sich mehr als 8300).

Die einmalige Zunahme an Studenten durch den doppelten Abi-Jahrgang soll durch den Hochschulpakt II finanziert werden: 1,8 Milliarden Euro insgesamt von Bund und Land, für die Hochschule Niederrhein bedeutet das geschätzte 87 Millionen Euro bis 2018. In Sachen Aussetzung der Wehrpflicht laufen nach Angaben des NRW-Wissenschaftsministeriums Gespräche zwischen Bund und Ländern bezüglich der Finanzierung.

Grundsätzlich nimmt die Zahl der Schulabgänger in der Region ab. Die IHK nennt dazu folgende Zahen: rund 15.000 im Sommer 2009, 18.600 im Ausnahmejahr 2013 und 14.100 in 2014.

„Durch die steigende Zahl der Studienanfänger werden sich die Bedingungen an der Hochschule Niederrhein jedoch nicht verschlechtern“, betont Hochschul-Vizepräsident Professor Michael Lent. „Wir haben uns auf diese Prognose eingerichtet und werden sowohl bei den Lehrkörpern als auch bei den baulichen Kapazitäten aufstocken.“ Die Anzahl der Professorenstellen werde von aktuell etwa 220 bis 2012/2013 auf etwa 270 erhöht.

Zusätzliche Ausbildungsplätze sollen bereitgestellt werden

Doch nicht nur Hochschulen und Universitäten bereiten sich auf den Abiturienten-Boom vor. Bei der IHK läuft bereits die Ausbildungsinitiative 500+. Damit sollen 500 zusätzliche Ausbildungsplätze für Schüler mit Hauptschulabschluss oder Fachoberschulreife bereitgestellt werden.

Denn laut Frank Lorenz, IHK-Geschäftsführer für Aus- und Weiterbildung, wird es auf dem Ausbildungsmarkt einen „Verdrängungswettbewerb“ geben, auch wenn der größte Teil der Abiturienten erfahrungsgemäß zum Studium tendiert. Benachteiligt wären demnach die Haupt- und Realschüler.

Lorenz: „Wir haben bereits rund 400 interessierte Schüler aus der ganzen Region; nach dem kommenden Sommer werden wir beginnen, Plätze bei den Unternehmen zu akquirieren. Für die Teilnahme an dem Programm müssen die Schüler bestimmte Voraussetzungen erfüllen, unter anderem dürfen sie keine unentschuldigten Fehlstunden haben.

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