Margret J. war todkrank. Am Dienstag wurde sie tot aufgefunden. Die Mordkommission hat die Ermittlungen aufgenommen.

Gewaltverbrechen
Ein Ermittler vor dem Haus, in dem Margret J. einem Verbrechen zum Opfer fiel.

Ein Ermittler vor dem Haus, in dem Margret J. einem Verbrechen zum Opfer fiel.

Polizisten sichern den Tatort ab: Im beschaulichen Amern wurde die Leiche von Margret J. gefunden.

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Ein Ermittler vor dem Haus, in dem Margret J. einem Verbrechen zum Opfer fiel.

Schwalmtal. Eine 73-jährige Frau ist am Dienstag in Schwalmtal Opfer eines Gewaltverbrechens geworden. Die Hintergründe der Tat sind noch unklar; eine Mordkommission der Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Am Dienstagvormittag hat ihr 49-jähriger Sohn die 73-jährige Margret J. tot in ihrem kleinen Häuschen an der Heidweiherstraße im Schwalmtaler Ortsteil Amern gefunden. Man habe zwar in absehbarer Zeit mit dem Tod der alten Dame rechnen müssen, da sie an Lungenkrebs litt und auf ständige Sauerstoff-Unterstützung angewiesen war, so eine Tochter der Toten. Aber: „Die Auffindesituation wies darauf hin, dass die Frau einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen sein könnte“, heißt es in einer Erklärung der Polizei.

„Das war eine arme Frau.“

Nachbarn über die Tote

Nach Informationen unserer Zeitung ist es denkbar, dass Margret J. erstickt worden sein könnte. Am Mittwoch soll das Opfer in der Rechtsmedizin obduziert werden, mit einem Ergebnis wird für den frühen Abend gerechnet.

Die vier Kinder kümmerten sich um die Versorgung der Mutter

Nach einem Tatort für einen Raubmord sieht das kleine alte Häuschen in Amern nicht aus. Es wirkt eher einfach. „Das war eine arme Frau“, sagen die Nachbarn. Sie habe ihr Leben lang gerackert und sei zuletzt so krank gewesen, dass sie kaum noch vor die Tür gekommen sei.

Vier Kinder hat Margret J. großgezogen, und die kümmerten sich nun abwechselnd um die Versorgung der Mutter. Einer der Söhne lebte sogar mit im Haus, aber er musste morgens immer zu sehr früher Stunde zur Arbeit aufbrechen, berichteten die Nachbarn. So auch am Dienstag. Als sein Bruder dann später ins Haus kam, fand er die Mutter tot vor. Der hinzugerufene Notarzt konnte auch nichts mehr tun, sondern musste bestätigen, dass die Frau tot war.

Ermittler suchen auf dem gesamten Grundstück nach Spuren

Vor dem Haus baute am Dienstag das Rote Kreuz Zelt und Beleuchtung für die Spurensicherer der Polizei auf, die im Haus und auf dem gesamten Grundstück nach Hinweisen zum Tathergang suchten. Ein Polizeihubschrauber kreist über dem ländlichen Gelände in Schwalmtal.

Margret J. war bis zum vergangenen Donnerstag für zwei Wochen im Krankenhaus gewesen. Wer immer die alte Dame getötet hat, muss gewusst haben, dass sie am Dienstagmorgen allein und relativ hilflos in ihrem kleinen Haus in Amern war.