Beben bei Roermond mit einer Stärke von 2,9 auf der Richterskala.

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Das Seismogramm zeigt die Ausschläge bei einem Erdbeben.

Das Seismogramm zeigt die Ausschläge bei einem Erdbeben.

Martin Gerten

Das Seismogramm zeigt die Ausschläge bei einem Erdbeben.

Grenzland. Auf niederländischer Seite hat am Sonntagabend die Erde gebebt. Der Geologische Dienst in Krefeld und die Erdbebenwarte in Bensberg verzeichneten um 19.26 Uhr ein Beben mit der Stärke 2,9 auf der Richterskala.

Das Epizentrum lag bei St. Odilienberg, südlich von Roermond. Über die Tiefe des Bebens sind sich die beiden Aufzeichnungsstationen nicht einig. Bensberg meldet 10,1 Kilometer, der Geologische Dienst rund 15 Kilometer.

Auch auf deutscher Seite war das Beben deutlich zu spüren. Vor allem im Raum Heinsberg wackelten die Gläser im Schrank. In nördlicher Richtung war es bis etwa Niederkrüchten wahrnehmbar. Allerdings gibt es auch Meldungen aus Mönchengladbach und Erkelenz, wonach Menschen das Beben gespürt haben.

Die Wirkungen wurden meist als Klirren des Geschirrs, Zittern der Möbel, Knistern der Wände und teilweise mit einem grollenden Geräusch beschrieben. Gebäudeschäden oder gar Verletzte wurden aber nicht verzeichnet.

Leichte Erschütterungen sind am Niederrhein an der Tagesordnung

Der Geologische Dienst stuft das Erdbeben als „leichtes Ereignis“ ein. Angesichts der bekannten Erdbebentätigkeit in der niederrheinischen Bucht sei dies nicht ungewöhnlich. Am Niederrhein werden etwa zwei bis drei Erdbeben pro Woche aufgezeichnet. „Die meisten sind aber weit unterhalb der Fühlbarkeitsschwelle des Menschen“, sagt Klaus Lehmann, Leiter des Erdbebendienstes beim Geologischen Dienst NRW in Krefeld.

Das letzte größere Beben im September 2011 in Goch hatte eine Stärke von 4,4 auf der Richterskala und hat keine Schäden angerichtet. 1992 hatte die Erde kräftiger gebebt. Damals zeigte die Richterskala den Wert 5,9 an. Das Epizentrum lag bei Roermond.

Es entstanden Schäden an 7200 Gebäuden, der Sachschaden wurde auf rund 130 Millionen Euro geschätzt. Etwa 60 Menschen wurden beiderseits der Grenze verletzt. ahl/rb

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