In einem Bericht wird die Zusammenarbeit von Sozialamt und Jobcenter gelobt. Die Zahl von Zwangsräumungen nimmt ab.

In einem Bericht wird die Zusammenarbeit von Sozialamt und Jobcenter gelobt. Die Zahl von Zwangsräumungen nimmt ab.
Am Schmaxbruch in Breyell liegt eine von zwei Unterkünften für Obdachlose in Nettetal.

Am Schmaxbruch in Breyell liegt eine von zwei Unterkünften für Obdachlose in Nettetal.

Burghardt

Am Schmaxbruch in Breyell liegt eine von zwei Unterkünften für Obdachlose in Nettetal.

Nettetal. Kein Dach über dem Kopf zu haben – darunter soll in Nettetal niemand leiden müssen. Tatsächlich ist die Zahl derer, die etwa wegen einer Zwangsräumung plötzlich ohne Wohnung dastehen, weiter rückläufig. Das geht aus dem neuen Sachstandsbericht der Verwaltung zum Thema Obdachlosigkeit hervor.

„Die Zahl der Räumungsklagen bleibt gleich, die der Zwangsräumungen nimmt ab“, heißt es dazu aus dem Fachbereich Soziales im Rathaus. Ursache sei das seit einigen Jahren mit Erfolg umgesetzte Konzept zur Vermeidung von Obdachlosigkeit. Die Stadt hatte nach alarmierenden Zahlen dazu, dass Menschen obdachlos wurden, dieses Konzept entwickelt, mit dem sie bereits frühzeitig Gefahren für Einzelpersonen und Familien erkennt und möglichst auch abwenden kann. Das heißt in der Praxis, dass die Stadt vorbeugend aktiv wird und nicht erst dann eingreift, wenn Menschen auf der Straße stehen.

Dass das Konzept funktioniert, hängt auch „mit der guten Zusammenarbeit mit dem Jobcenter zusammen“, wie im Bericht formuliert ist. Ist jemand arbeitslos, womöglich noch verschuldet und mit der Miete im Rückstand, sollte er sich ans Sozialamt wenden. In den meisten Fällen kann in Abstimmung mit dem Jobcenter, dem Vermieter und anderen Beteiligten eine Zwangsräumung verhindert werden.

36 Personen wohnen in den Unterkünften für Obdachlose

Kaum Einfluss nehmen kann das Sozialamt, wenn sich jemand erst meldet, wenn er schon obdachlos geworden ist. Das war im vergangenen Jahr achtmal der Fall. Da bleibt zur Unterbringung nur eine der Notunterkünfte Schmaxbruch in Breyell oder Breslauer Straße in Kaldenkirchen. Derzeit leben dort 36 obdachlos gemeldete Personen. Die meisten von ihnen würden gern wieder in ein reguläres Mietverhältnis wechseln. Das allerdings erweist sich häufig als schwer, weil wenig geeigneter Wohnraum vorhanden ist. Außerdem ist die Bereitschaft von Eigentümern gering, an obdachlose und womöglich verschuldete Personen zu vermieten.

Hier versucht das Sozialamt, Lösungen zu finden. Es nimmt Kontakt auf mit potenziellen Vermietern und Wohngemeinschaften, unter Umständen auch mit Verwandten der Betroffenen. So konnten dank des Einsatzes der zuständigen Mitarbeiter im letzten Jahr 13 bis dahin Obdachlose von der Notunterkunft in andere Bleiben wechseln. Dabei sei das Bemühen der obdachlosen Mitbürger gewachsen, selbst aktiv zu werden und eine Wohnung zu finden.

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