Das Gelände des Bahnhofs Kaldenkirchen macht eine Busanbindung schwierig. Archiv
Das Gelände des Bahnhofs Kaldenkirchen macht eine Busanbindung schwierig. Archiv

Das Gelände des Bahnhofs Kaldenkirchen macht eine Busanbindung schwierig. Archiv

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Das Gelände des Bahnhofs Kaldenkirchen macht eine Busanbindung schwierig. Archiv

Nettetal/Boisheim. Autofahrern soll es leichter gemacht werden, auf dem Weg zur Arbeit öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen – der Umwelt zuliebe. Deshalb sollte Lobberich als Nettetals größter Stadtteil durch eine weitere Buslinie besser an das Eisenbahnnetz angeschlossen werden. Das Dortmunder Planungsbüro „Planersocietät“ hat vorgeschlagen, Lobberich und Brüggen durch eine Schnellbuslinie zu verbinden, die auch über den Boisheimer Bahnhof führt. Das käme auch den Brüggenern entgegen, die einen Bahnhof mit Bussen nur sehr umständlich erreichen können. Nach der Präsentation der Nettetal betreffenden Vorschläge aus dem Nahverkehrsplan Kreis Viersen sollen sich die Politiker nun Gedanken machen und im Oktober dazu im städtischen Ausschuss für Planung Stellung nehmen.

Seit 1982 halten in Lobberich keine Züge mehr, das Bahnhofsgebäude wurde 1976 abgerissen. Auf der Trasse befindet sich heute der Bahnradweg. Für Lobberich bleiben bis heute als nächste Bahnhöfe Breyell und Boisheim.

Verkehrsplaner schlagen Buslinie von Lobberich nach Brüggen vor

Breyell ist als Bahnhof seit einigen Tagen attraktiver geworden – allerdings nur für Autofahrer, die nun einen Park-&-Ride-Platz benutzen können. Mit einem Bus ist der Bahnhof erst nach einigen hundert Metern Fußweg von den Haltestellen Biether Straße oder Felderend erreichbar. Eine nähere Erschließung ist nach Ansicht der Planer „noch nicht sinnvoll möglich“, da es keine unmittelbare Zufahrt gibt, die eine Stich- oder Schleifenfahrt erlaubt. Dafür fehlt die schon seit langem diskutierte Querspange, die Felderend und Biether Straße miteinander verbinden soll. Sie könnte sogar noch weiter nach Westen verlängert werden und hinter Schmaxbruch die Bahntrasse Richtung Kaldenkirchen unterqueren. Die Bahn könnte dann den Übergang Biether Straßen schließen. Doch das ist Zukunftsmusik. Die schon im Stadtentwicklungskonzept 2015 unter den kurzfristigen Zielen vorgeschlagene Verknüpfung von Bus und Bahn wird an dieser Stelle weiter auf sich warten lassen.

Deshalb rückt der Bahnhof Boisheim ins Blickfeld, der gegenwärtig etwa stündlich von der Linie 092 (Lobberich-Viersen) angefahren wird. Die Planer schlagen deshalb zusätzlich eine neue Schnellbuslinie zwischen Lobberich, Boisheim und Brüggen vor; damit gäbe es dann auch erstmals eine Direktverbindung zwischen Lobberich und Brüggen. Bei den bestehenden Linien ist immer ein Umstieg notwendig. Der Vorschlag wurde im Ausschuss gerne gehört, doch einige Politiker äußerten Zweifel, ob er sich wirtschaftlich realisieren lasse.

Auch Kaldenkirchens Bahnhof liegt an einer Sackgasse, so dass er nur von Bussen der Linie 095 (Lobberich-Hinsbeck-Leuth-Kaldenkirchen) und drei Fahrten der Linie 093 von Breyell her angefahren wird. Eine bessere Anbindung wird erst „nach der Erneuerung des Bahnhofsvorplatzes möglich sein“, schreiben die Planer; davon hängt auch ab, ob der Pendelbus zwischen Kaldenkirchen und Tegelen („Lijn 1“) künftig auch den Bahnhof anfahren kann.

Die Wunschliste nennt für die innerörtliche Erschließung Kaldenkirchens auch die Bedienung des Gewerbegebietes Venete durch die Lijn 1. In Lobberich solle geprüft werden, ob eine Einbeziehung des Bereiches Werner-Jaeger-Gymnasium/Sassenfelder Kirchweg (Krankenhaus) und der Ludbach-Passage möglich seien. Schließlich müsse die Pünktlichkeit der Schnellbuslinie 87 zwischen Lobberich und Kempen verbessert werden, damit die Reisenden die Bahnanschlüsse in Kempen nicht verpassen. Ganz allgemein gilt: Die Haltestellen sollten barrierefrei ausgebaut werden.

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