Ellen Herbst (27) hat ein Memory-Spiel entwickelt, bei dem Begriffe zum Thema Krimi gelesen, gesehen und erfühlt werden müssen.

Ellen Herbst (27) hat ein Memory-Spiel entwickelt, bei dem Begriffe zum Thema Krimi gelesen, gesehen und erfühlt werden müssen.
„Ich weiß, was du gestern getan hast – Du auch?“ lautet der Titel des Gesellschaftsspiels von Ellen Herbst. Sie hat auch ein gleichnamiges Buch zum Thema „Gedächtnistraining“ geschrieben.

„Ich weiß, was du gestern getan hast – Du auch?“ lautet der Titel des Gesellschaftsspiels von Ellen Herbst. Sie hat auch ein gleichnamiges Buch zum Thema „Gedächtnistraining“ geschrieben.

Joachim Burghardt

„Ich weiß, was du gestern getan hast – Du auch?“ lautet der Titel des Gesellschaftsspiels von Ellen Herbst. Sie hat auch ein gleichnamiges Buch zum Thema „Gedächtnistraining“ geschrieben.

Nettetal. Welches Mordwerkzeug passt, das Messer oder doch die Pistole? Erst vorsichtiges Greifen, Fühlen, Tasten führt zur Lösung bei diesem Gedächtnisspiel. „Ich habe Begriffe zum Thema Krimi gewählt. Das ist sehr beliebt und macht alles noch ein bisschen spannender“, erläutert Ellen Herbst. Die 27-jährige Grafikerin aus Kaldenkirchen hat ein spannendes Gedächtnis-Legekartenspiel entwickelt, das auf unterhaltsame Weise das Erinnerungsvermögen trainiert. Der Titel: „Ich weiß, was du gestern getan hast. Du auch?“ Passend zum Spiel gibt’s ein gleichnamiges Sachbuch, das Kombi-Set trägt den Untertitel „Gedächtnistraining in Theorie und Praxis“.

Die Kaldenkirchenerin entwarf das Spiel im Rahmen ihres Studiums

60 Legekarten gehören zu dem Spiel, das eine Art „Triplett-Memory“ ist: Jeweils drei Karten gehören zusammen. Sie sind durch Sehen, Lesen und Fühlen einander zuzuordnen. „Die Fühlkarten müssen mit geschlossenen Augen ertastet werden“, schildert Herbst die Methode.

Statt nur ein Kartenpärchen sind jeweils drei zusammenhängenden Karten zu finden – eine mit einer Aufschrift, Pistole zum Beispiel, die nächste mit einer passenden Abbildung und die dritte mit einem farblosen Relief, das erfühlt werden muss. „Wer als Erster die meisten Dreiersets hat, gewinnt die Runde“, erklärt die Kaldenkirchenerin.

Herbst studierte in Aachen Kommunikationsdesign. Das Spiel war ihre Abschlussarbeit. Dafür hat sie alles selbst hergestellt, für jede Fühlkarte zum Beispiel die Reliefs aus harter Graupappe ausgeschnitten und aufgeklebt. Nach dem Studium verfeinerte sie das Set.

Doch wie kommt eine junge Frau mit 27 Jahren dazu, sich mit Gedächtnistraining zu befassen? Die Designerin sagt schmunzelnd: „Ich kann mir selbst sehr gut Dinge und Vorgänge merken. Und darum fällt mir gleich auf, wenn andere lange überlegen müssen, Erinnerungslücken haben.“ So sei ihr die Idee gekommen, das Thema Gedächtnistraining spielerisch anzugehen.

Das Spiel kann in der Stadtbücherei ausprobiert werden

Und Ellen Herbst ging noch einen Schritt weiter: Sie forschte und recherchierte, schrieb das Buch zum Spiel mit dem Untertitel „Wissenswertes zur Verbesserung des Erinnerungsvermögens.“ Auf knapp 70 Taschenbuchseiten mit Illustrationen schildert die Autorin „nützliche Infos für ein besseres Gedächtnis“ und skizziert „Merktechniken“.

Eines stellt Herbst dabei klar: „Ich glaube, das Spiel und das Buch können hilfreich sein, im Alltag das Gedächtnis zu trainieren, aber es ist kein Therapiespiel.“ Übungen und Therapien etwa bei einer Alzheimer-Krankheit sei Sache von Experten. Ihr Anliegen dagegen ist ein anderes: Sie will Menschen motivieren, frühzeitig und aus eigenem Antrieb das Gedächtnis zu trainieren.

Während das Taschenbuch separat im Buchhandel erhältlich ist, gibt’s das Spiel erst einmal nur zum Anschauen: Von Montag bis voraussichtlich Anfang Februar wird es in der Stadtbücherei Nettetal im Rahmen der Aktion „Senior inside“ ausgestellt. Es gehört zu den Medien, die sich speziell für Senioren eignen.

Langfristig soll aber auch das Spiel im Handel erhältlich sein, sagt Ellen Herbst: „Das Spiel ist für die Produktion vorbereitet. Wenn sich genug Interessenten melden, kann es gedruckt werden.“ Der Preis soll sich im üblichen Rahmen für Gesellschaftsspiele bewegen. Und wer das Spiel dann ausprobiert, der kann sich laut Anleitung durch Sehen, Lesen und Fühlen auf Spurensuche begeben.

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