Die Stiftung hat 1,4 Millionen Euro an Vereine und Projekte vergeben.

Lobberich. Die Entscheidung zur Fusion hätten sie sich damals nicht leicht gemacht, erinnert sich SPD-Ratsfrau Renate Dyck: „Es gab viele Vorwürfe aus der Kundenschaft.“ Doch die Übernahme der Nettetaler Sparkasse durch die Sparkasse Krefeld sei notwendig gewesen. Daraus hervorgegangen ist ein Kompromiss: die Nettetaler Sparkassenstiftung. Seit inzwischen 20 Jahren finden Nettetaler Vereine und Einrichtungen dort finanzielle Unterstützung bei Anschaffungen und Projekten. Insgesamt wurden seitdem mehr als 1,4 Millionen Euro ausgeschüttet.

Zum 1. Juli 1997 wurde die Stiftung als Standortförderung gegründet, sagt Michael Rotthoff von der Sparkasse Krefeld. „Unsere Unterstützung soll keine Dauerförderung sein“, erklärt er, „sondern da helfen, wo etwas Besonderes, Lohnenswertes ansteht.“ Über die ersten Förderanträge beraten haben die Verantwortlichen vor gut 20 Jahren: im Frühjahr 1998. 224 Anträge gab es seitdem insgesamt, 178 (80 Prozent) wurden positiv beantwortet. Der größte Anteil der Förderung (25 Prozent, knapp 360 000 Euro) ging in die Kultur- und Denkmalpflege; etwa an das Textilmuseum „Die Scheune“, in die Werner-Jaeger-Medaille und die Nettetaler Literaturtage.

Neben Dyck, die seit der Gründung dabei ist, sitzen Bürgermeister Christian Wagner (CDU) und weitere 13 Mitglieder im Kuratorium, das über die Anträge berät. Zweimal im Jahr treffen sie sich. Die Förderung stehe allen offen, sagt Rotthoff, sofern es ein Nettetaler Projekt betrifft: „Wichtig ist, dass der Antrag solide vorbereitet ist. Die Durchfinanzierung der Maßnahme muss sicher sein und nicht ins Blaue geplant.“ Im Schnitt vergingen etwa drei Monate zwischen Antragstellung und Entscheidung.

Bei der Gründung betrug das Vermögen der Nettetaler Sparkassenstiftung sechs Millionen Mark (etwa 3,07 Millionen Euro). Inzwischen kämpfe auch die Sparkassenstiftung mit dem Niedrigzins, sagt Jochem Dohmen, Abteilungsleiter bei der Sparkasse Krefeld und im Vorstand der Nettetaler Sparkassenstiftung: „Fünf Jahre Niedrigzinsphase hinterlassen Spuren.“ Doch dadurch, dass die Stiftung jährlich ein Zehntel ihres Vermögens neu anlege, sei der Fortbestand gesichert. „So können wir auch in schwierigen Zeiten einen nennenswerten Beitrag leisten“, sagt Dohmen. Aktuell beträgt die Höhe des Vermögens knapp 3,7 Millionen Euro. Für Bürgermeister Wagner hat sich durch die Sparkassenstiftung das Miteinander in Nettetal verstärkt: „Damit können Projekte realisiert werden, die im Haushalt nicht abgebildet werden können.“

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