Spannende Unterhaltung mit Überraschungen bot das Stück „Todesfalle“ in der Lobbericher Werner-Jaeger-Halle.

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Michael Lesch spielte die Hauptrolle in der „Todesfalle“, Arzu Ermen seine Ehefrau.

Michael Lesch spielte die Hauptrolle in der „Todesfalle“, Arzu Ermen seine Ehefrau.

Frank Hohnen

Michael Lesch spielte die Hauptrolle in der „Todesfalle“, Arzu Ermen seine Ehefrau.

Lobberich. Der Thriller „Todesfalle“ von Ira Levin gilt als einer der größten Bühnenerfolge am Broadway in New York. Am Sonntagabend schockte und begeisterte die Inszenierung des Tournee-Theaters Thespiskarren in der Werner-Jaeger-Halle.

Im Mittelpunkt stand der bekannte Schauspieler Michael Lesch. Er verkörperte den amerikanischen Autor Sidney Bruhl – einen Mann mitten in einer Schaffenskrise, der offenbar zwischen literarischen Thrillern und dem wahren Leben nicht mehr so recht unterscheiden konnte. Vor nüchterner Kulisse – die Farbe Grau gab den Ton an im Büro des einstmals erfolgreichen Schriftstellers – nahm der Thriller schnell an Fahrt auf. Die Besucher wurden schon sehr bald aus der Tristesse, die das Ambiente vermittelte, herausgerissen.

Plötzlich steht der vermeintlich Erdrosselte im Haus des Autors

Der Schriftsteller hatte ein Manuskript eines vermeintlichen Seminar-Teilnehmers auf den Schreibtisch bekommen, das ihm enorm Erfolg versprechend vorkam. Entgegen aller Warnungen seiner attraktiven Frau (Arzu Ermen) erdrosselte er den jungen Autor (Marten Sand), den er zu sich eingeladen hatte – und begrub ihn im Garten.

Wenig später dann die große Überraschung: Der angeblich Erdrosselte kam völlig verdreckt ins Haus der Bruhls, die Frau bekam eine tödliche Herzattacke. Jetzt wurde deutlich, dass die Aktion ein abgekartetes Spiel war. Aber Ira Levin spannte die Zuschauer weiter auf die Folter. Zwischendurch lockerte die osteuropäische Wahrsagerin Gizi Barna (Renée Zalusky) die bizarre Szenerie ein wenig auf, ebenso wie Anwalt Milgrim (Horst R. Naase).

Aber das Tempo sollte enorm hoch bleiben, das teuflische Spiel um Leben und Tod wurde weiter gespielt: Bruhl wollte Anderson erschießen, aber der hatte die Waffe zuvor entschärft. Stattdessen wurde er zum Schützen – es ging drunter und drüber. Bruhl, der das Geld, das ihm nach dem Tod seiner Frau zustand, nicht mit Clifford teilen wollte, verletzte ihn mit einem Pfeil.

Habgier, Verschlagenheit und Erfolgsdruck wurden auf höchst dramatische Weise thematisiert. Immer wieder wurde der Zuschauer von überraschenden Handlungen wachgerüttelt. Hervorragende Schauspieler trugen ihren Teil zu einem einprägsamen Theaterabend bei.

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