Verwaltung und Rektoren sind sich einig: Die Gesamtschule wird erweitert, die Realschule bleibt, die Hauptschule schließt.

Konzept
Die Nettetaler Stadtverwaltung und die Leiter der weiterführenden Schulen haben sich um ein gemeinsames Konzept für den Schulkonsens bemüht.

Die Nettetaler Stadtverwaltung und die Leiter der weiterführenden Schulen haben sich um ein gemeinsames Konzept für den Schulkonsens bemüht.

Frank Hohnen

Die Nettetaler Stadtverwaltung und die Leiter der weiterführenden Schulen haben sich um ein gemeinsames Konzept für den Schulkonsens bemüht.

Nettetal. Während die Parteien noch über die „richtige“ Lösung streiten, haben die Stadt als Schulträger und die Leiter der weiterführenden Schulen in Nettetal am Freitag einen Schulkonsens vorgestellt. Mit der Entwicklung eines solchen Konzeptes waren sie Anfang Juli per Ratsbeschluss beauftragt worden. Das Ergebnis ist deutlich: Die Gesamtschule wird um einen Zug erweitert, die Realschule bleibt erhalten und die Lobbericher Hauptschule wird aufgelöst.

Bis zum Schuljahr 2013/2014 wird die Gesamtschule einzügig erweitert

Dies ist ein klares Votum gegen die Einführung einer Sekundarschule, wie es SPD, Grüne, ABK und WIN gefordert hatten. Bürgermeister Christian Wagner sprach deshalb auch als Schulträger-Vertreter, nicht als CDU-Politiker: „Wir wollen uns gemeinsam für den Schulstandort Nettetal einsetzen.“ Dafür wurde unter anderem das Schülerpotenzial bis 2019/2020 geprüft. Das Ergebnis sei laut Wagner „ein deutliches Bekenntnis zu den vorhandenen Formen“.

Demnach ist die Gesamtschule besonders beliebt. Bis Sommer 2013 wird dort für weitere Klassen Platz geschaffen. Vier Unterrichtsräume sollen angebaut werden. „Trotzdem haben wir die Sekundarschule nicht ausgeblendet. Der Kompromiss entspricht größtenteils dem Elternwunsch“, sagt Wagner. „Für eine neue Sekundarschule müssten wir drei andere Schulen schließen“, rechnet der Erste Beigeordnete der Stadt, Armin Schönfelder, vor. Außerdem sei der Konsens dazu da, den Eltern „eine gewisse Sicherheit“ zu geben. „Wir werden nicht auf ein gegliedertes Schulsystem verzichten“, stellte Schönfelder klar.

WZ-Leser stimmen mehrheitlich gegen eine Sekundarschule ab

Die WZ-Leser sprechen sich laut Internet-Umfrage mehrheitlich gegen eine Sekundarschule als sinnvolle Lösung (67 Prozent) aus. Nur 27 Prozent sind der Meinung, dass Real- und Hauptschule auf Dauer in Kaldenkirchen nicht zu erhalten sind. Sechs Prozent dagegen ist das egal, schließlich gehe es um Planungssicherheit – mit oder ohne Sekundarschule.

„Im kommunalen Bildungsdialog geht es darum, die Vielfalt von Schulformen gleichrangig zu fördern“, sagt Unternehmensberater Elmar Damke von der Essener Firma Dicura. Seit Anfang September vermitteln seine Kollegen und er im Ringen um einen Konsens. Er nennt es „positiv“, dass die Schulen untereinander im ständigen Dialog in der Sache sind. Der politische Kompromiss, zu dem Gespräche der einzelnen Parteien gehören, sei derweil „in Arbeit“, sagt er.

Die Sekundarschulen in NRW bieten einen gemeinsamen Real- und Hauptschulunterricht mindestens bis zur Klasse 7, aber auch bis zur Klasse 10 an. Dann endet die Sekundarschule.

Viele von ihnen kooperieren aber mit Gymnasien oder Gesamtschulen, um den Zugang zum Abitur zu erleichtern.

„Wir entwickeln unser gemeinsames Ziel weiter“, sagt Bettina Hickethier, Konrektorin der Realschule. Damit macht sie klar, dass sich die Schulleiter im Sinne der gemeinsamen Sache einig sind. Genau wie das Nettetaler Bündnis für Bildung sei der jetzige Konsens eine „tolle Chance“ für alle Schüler und Schulen in Nettetal.

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