Geldern, Kevelaer, Straelen und Nettetal wollen mit dem Leader-Programm die Region stärken.

Auch die Bürgerinitiative für das Schlagbaum-Denkmal rechnet sich Chancen aus. Archiv
Auch die Bürgerinitiative für das Schlagbaum-Denkmal rechnet sich Chancen aus. Archiv

Auch die Bürgerinitiative für das Schlagbaum-Denkmal rechnet sich Chancen aus. Archiv

Ostermann

Auch die Bürgerinitiative für das Schlagbaum-Denkmal rechnet sich Chancen aus. Archiv

Nettetal. Die Summe aus vier Einsen soll mehr als Vier ergeben. Diesen Effekt erhoffen sich Geldern, Kevelaer, Straelen und Nettetal aus der Bündelung ihrer Kräfte, die sie in die gemeinsame Bewerbung für das EU-Förderprogramm Leader fließen lassen wollen. Es geht darum, die Gaben der Menschen am Niederrhein einzusetzen und damit die Region zu stärken.

Austausch, Vernetzung und Kooperation

„Kirchturmdenken, aber im positiven Sinn“, sagte Kevelaers Bürgermeister Axel Stibi, als er gestern in Straelen mit seinen Amtskollegen Ulrich Janssen (Geldern), Hans-Josef Linßen (Straelen) und Dietmar Sagel, dem Zentralbereichsleiter Wirtschaft und Marketing der Stadt Nettetal, das Vorhaben präsentierte.

Leader ist die Abkürzung aus einem französischen Begriff, der übersetzt „Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung des ländlichen Raumes“ bedeutet. Es geht um Austausch, Vernetzung und Kooperation. Die vier Städte geben den Anstoß, aber „wir wollen den Prozess nicht dominieren“, betonte Janssen.

Denn es kommt vor allem auf das Engagement der Bevölkerung an, auf deren zum Teil hochspezielle Kompetenzen, für die die Kommunen dankbar seien.

Jeder ist eingeladen, bis Freitag, 23. Januar, seine Vorschläge einzureichen, mit denen das Umfeld für Wohnen und Arbeiten verbessert werden kann. Dabei soll nicht in erster Linie auf die Innenstädte geschaut werden. Janssen: „Wichtig ist die Frage, was in den Ortschaften passiert.“ Die Themenvielfalt ist praktisch unbegrenzt.

Etwa 40 Vorschläge bei der „ersten Ideenschmiede“

Bei einem ersten Workshop im Oktober 2014 in Pont haben Vertreter aus den vier Räten und den Ortsteilen in einer, so Linßen, „ersten Ideenschmiede“ rund 40 Vorschläge entwickelt, die noch feiner justiert und gemeinsam mit den Eingaben der Bürger bewertet werden sollen. Da kann es zum Beispiel darum gehen, den weiten Weg bis zum nächsten Supermarkt durch den Einsatz eines mobilen Ladens zu kompensieren, eine Dorfkneipe zu reaktivieren oder Fachkräfte für den Gartenbau zu rekrutieren. „Das Wir-Gefühl soll gestärkt werden“, erklärte Straelens Bürgermeister. Bei den Akteuren solle die Eigenverantwortung geweckt werden.

Die vier Städte aus zwei Landkreisen, die zum Beispiel in der Agrobusinessregion Niederrhein, bei der VHS und der Wohnungsbaugenossenschaft GWS schon seit langem zusammenarbeiten, hoffen darauf, als eine der rund 20 Leader-Regionen ausgewählt zu werden.

Falls der Viererbund den Zuschlag erhält, bekommt er an direkten Investitionen rund vier Millionen Euro, inklusive einer 65-prozentigen Förderung durch die EU. Diese ziehen weitere Investitionen in Millionenhöhe nach sich.

>> Ein großes Info-Treffen findet im Straelener Forum am Donnerstag, 29. Januar, 18 Uhr statt. Bewerbungsschluss ist der Rosenmontag.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer