Bürgermeister Christian Wagner kündigt die erste Firmenansiedlung an. Außerdem ist ein Entwicklungszentrum für Bio-Energie im Gespräch.

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Das Hinweisschild steht schon, doch noch ist das Gewerbegebiet verwaist.

Das Hinweisschild steht schon, doch noch ist das Gewerbegebiet verwaist.

Joachim Burghardt

Das Hinweisschild steht schon, doch noch ist das Gewerbegebiet verwaist.

Nettetal. Eine Idee wird Wirklichkeit: Im noch unbebauten Gewerbegebiet Venete sollen „die Baukräne im Herbst anrücken“, weil eine erste Firma sich ansiedele, verriet Christian Wagner. Nettetals Bürgermeister, Experten sowie Politiker klärten jetzt in der Realschule Kaldenkirchen über den Stand der Dinge in Sachen Venete auf und stellten sich den Fragen der Bürger. Gemeinsam eingeladen hatten die Fraktionsvorsitzenden der sechs im Stadtrat vertretenen Parteien.

„Tatsächlich gibt es in der Bevölkerung Fragen“, nannte Wagner als Grund für die Veranstaltung. Die meisten Fragen freilich stellten die Referenten selbst – und beantworteten sie auch gleich. „Wieso dauert das so lange?“, zitierte etwa Dietmar Sagel vom Unternehmensservice im Rathaus eine häufig gestellte Frage und nannte als Beispiel die verzögerte Fertigstellung der Autobahn.

Keine Beschränkung auf landwirtschaftliche Unternehmen

„Warum Agro-Business?“ Diese Frage habe er häufig gehört, meinte Jörg Lennardt von der Dortmunder Firma Exper-Consult, mit dem Marketing für Venete beauftragt. Der Begriff für den Branchenmix aus Landwirtschaft, Logistik und Ernährung, den viele als sperrig empfänden, sei international etabliert: Agro-Business habe größte Zukunftschancen. Firmen aus anderen Bereichen seien natürlich auch „herzlich willkommen“, andere Behauptungen seien „völliger Quatsch“.

Nach den Vorträgen und Statements gab Moderator Ingo Heymanns (CDU) „Feuer frei“ für Fragen der Bürger. Mehr als 70 Interessierte waren in die Aula gekommen, fast die Hälfte aus Politik und Verwaltung.

Zögerlich kamen wenige neue Nachfragen auf. Warum der Grundstückspreis in Venete höher sei als in manchen Nachbarkommunen, wollte etwa ein Kaldenkirchener wissen. Dafür biete Venete die bestmögliche Infrastruktur, etwa mit Autobahnanschluss und Glasfaserkabel für schnelle Datenübertragung, erläuterte Wagner. Nettetaler Firmen, die sich innerhalb des Stadtgebiets umsiedeln möchten, könne man auf Wunsch auch andere günstigere Flächen anbieten.

1999 gab es erste Planungen für das Gewerbegebiet Venete. Es bietet rund 77 Hektar Gewerbefläche, 28 Hektar sind bereits verfügbar. Nach dem Autobahnbau mit eigener Abfahrt für Venete wurde letztes Jahr mit dem Anschluss ans Glasfasernetz zur schnellen Datenübertragung die Infrastruktur fertiggestellt.

Über eine weitere Neuigkeit berichtete Guido Gahlings (Grüne): Es gebe „konkrete Gespräche über ein Entwicklungszentrum für Bio-Energie“, das könne für Venete „ein Leuchtturmprojekt“ werden.

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