Der Fischfutter-Hersteller Coppens hat in Leuth Schilder aufgehängt. Ende des Jahres soll die Produktion anlaufen.

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Mit Hilfe eines Autokrans wurden am Dellerweg die Schilder mit dem Namen des neuen Besitzers montiert.

Mit Hilfe eines Autokrans wurden am Dellerweg die Schilder mit dem Namen des neuen Besitzers montiert.

Lübke

Mit Hilfe eines Autokrans wurden am Dellerweg die Schilder mit dem Namen des neuen Besitzers montiert.

Leuth. Der neue Eigentümer der Tierfutter-Fabrik am Dellerweg, Fischfutter-Produzent Coppens, zeigt Flagge.

Nachdem das Unternehmen aus dem niederländischen Helmond am Jahresanfang die Immobilie von Bosch-Saturn erworben hatte, wurden die alten Namensschilder entfernt. Seitdem wird im und am Gebäude gearbeitet. Nun wurden auch neue Schilder angebracht.

„Es musste sehr viel investiert werden. Aber wir wollen störungsfrei mit der Fischfutter-Produktion in Leuth anfangen.“

Anno Galema, Geschäftsführer

„Nach dem Feuer vor einem Jahr musste noch ein neuer Trockner gekauft und installiert werden“, so Geschäftsführer Anno Galema (Helmond). Die übernommenen Anlagen seien in keinem guten Zustand gewesen. Galema: „Es musste sehr viel investiert werden. Aber wir wollen es gut machen und störungsfrei mit der Fischfutter-Produktion in Leuth anfangen.“

Derzeit gebe es Probeläufe. Die volle Produktion mit zwei Linien werde frühestens zum Jahresende aufgenommen.

Bisher wurden zehn Mitarbeiter von Bosch-Saturn übernommen

Bisher habe man zehn Mitarbeiter von Bosch-Saturn übernommen. „Unser Ziel ist es, nach Anlauf der Produktionslinien weitere örtliche Mitarbeiter zu gewinnen“, sagt der Geschäftsführer. „Wir können aber nicht alle 53 Leute sofort einstellen.“ Derzeit beschäftigt Coppens 50 Mitarbeiter in Helmond.

1962 Am Dellerweg wird die Tierfutter-Fabrik Milkivit gegründet. Produziert werden Rinder- und Schweinefutter. In den 60er-Jahren war das Unternehmen in einen Waffenhandels-Skandal verwickelt, der als „Sidewinder“-Affäre durch die Medien ging.

 

1972 Die Firma Trouw kauft die Produktionsstätte.

 

1992 Verkauf an die Firma Paragon-Spillers.

 

1993 Expansion von 13 000 auf 33 000 Quadratmeter. 7,5 Millionen Mark (3,8 Millionen Euro) werden investiert.

 

1995 Der Nestlé-Konzern kauft das Unternehmen.

 

2002 Der Hunde- und Katzenfutter-Bereich wird an die niederländische Rodi Petfoods Group verkauft. Es werden 24 neue Stellen geschaffen und insgesamt 70 Mitarbeiter beschäftigt.

 

2007 Rodi investiert fünf Millionen Euro in eine neue Produktionslinie, so dass die Kapazität fast verdoppelt wird. Das Werk ist gut ausgelastet: Vier-Schicht-Betrieb von 22 Uhr sonntags bis 22 Uhr samstags.

 

Februar 2009 Der niederländische Eigentümer verkauft 80 Prozent seiner Anteile an die spanische Grupo Dibaq.

 

Oktober 2009 Insolvenz, danach Kurzarbeit.

 

Januar 2010 Die Bosch-Saturn Tiernahrung GmbH übernimmt Rodi und 60 Mitarbeiter.

 

Ende 2011 wird die Produktion eingestellt, das Unternehmen aufgelöst und die Mitarbeiter entlassen.


Anfang 2012 Coppens International BV kauft das Werk. In Leuth sollen Produktion, Lager und Logistik angesiedelt werden. Verwaltung, Marketing, Vertrieb und Forschung bleiben in Helmond.

Das Fischfutter wird in 40 Länder exportiert, auch nach Afrika und Russland. Der Markt wachse kontinuierlich. Die Produktion wuchs von Null im Gründungsjahr 1993 auf 30 000 Tonnen in 2010. Ziel sei es, in Leuth schon im nächsten Jahr 55 000 Tonnen zu produzieren. Und zwar für drei verschiedene Bereiche: für Zier- und Teichfische, für den Angelsport und Aqua-Fischkulturen.

Coppens ist nach eigenen Angaben Marktführer beim Zierfisch-Futter, das über den Handel vermarktet wird. Man biete den Kunden Beratung und wissenschaftlichen Service an. Anno Galema: „Jeder Fisch braucht anderes Futter: Wir ermitteln, was der Stör in Armenien, die Forelle in Europa und der Zander in Nigeria am liebsten frisst.“

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