Kleine Forscher entdecken bei einem Vortrag in Breyell die Tiefsee.

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Dieser Tiefseebewohner ist in sieben KIlometer Tiefe unterwegs: Dort ist es dunkel, kalt und für Menschen absolut lebensfeindlich.

Dieser Tiefseebewohner ist in sieben KIlometer Tiefe unterwegs: Dort ist es dunkel, kalt und für Menschen absolut lebensfeindlich.

dpa

Dieser Tiefseebewohner ist in sieben KIlometer Tiefe unterwegs: Dort ist es dunkel, kalt und für Menschen absolut lebensfeindlich.

Breyell. Die Tiefsee ist ein dunkler, kalter und lebensfeindlicher Raum. Das erfuhren rund 30 Kinder von der Aachener Wissenschaftsjournalistin und Tiefsee-Expertin Dagmar Röhrlich in der Stadtbibliothek. Dort wurde die für letzten Herbst geplante Veranstaltung aus der Reihe „Kleine Forscher – Große Geister“ nachgeholt.

Wissenschaftlerin Dagmar Röhrlich liest aus ihrem Buch

Und spannend ist sie, die Tiefsee: Dort leben merkwürdige Kreaturen wie der Koloss-Kalamar, der Vampirfisch und der Sackmaul-Aal. Gespannt lauschen die Kinder dem Vortrag, wippen aufgeregt mit den Beinen, zeigen auf und stellen Fragen. „Hat das Wasserglas was mit der Tiefsee zu tun?“, möchte ein Mädchen wissen. „Nein“, sagt Dagmar Röhrlich. „Das Wasser trinke ich.“

Sie liest aus ihrem Buch „Tiefsee – von Schwarzen Rauchern und blinkenden Fischen“ vor, taucht ein in den großen, wenig bekannten Lebensraum. „Eine ähnliche Artenvielfalt finden wir auch im tropischen Regenwald“, sagt Röhrlich. Und erklärt, wie sich Tiere im Laufe der Evolution an diese ferne Unterwasserwelt angepasst haben.

Eigentlich ist Röhrlich Diplom-Geologin. Über die Paläontologie – die Wissenschaft von den Lebewesen vergangener Erdzeitalter – kam sie vor zehn Jahren zur Tiefseeforschung. „So können Forscher die frühere Welt rekonstruieren“, erklärt sie den aufmerksamen Mädchen und Jungen. Dann erzählt sie vom 120 Millionen Jahre „jungen“ Meeresboden und von ihrer Reise mit dem Forschungs-Eisbrecher „Polarstern“.

Über die dunkle Heimat von Vampirfisch und Riesen-Kalamar

Dort ist ein Roboter mit an Bord, der – von drei Piloten ferngesteuert – bis in sechs Kilometer Tiefe abtaucht. Denn Menschen könnten dem enormen Druck so weit unter Wasser nicht standhalten. Und weiter geht es: Der Vampirfisch hat großen Hunger, aber nicht auf Blut. Und auf die Frage nach dem Riesen-Kalamar kann Röhrlich beruhigen: „Nein, der frisst keine Menschen.“

Der einstündige Vortrag vergeht schnell. „Schön war’s“, sind sich die Freundinnen Julia und Nina (beide 10) einig. Denn so dunkel, kalt und lebensfeindlich die Tiefsee auch ist – so spannend ist sie auch.

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