Das Nettetaler Jugendamt schlägt „Leuchtturmspielplätze“ vor. Eine Bedarfsplanung läuft.

Nettetal. Schaukel mit Kletterleiter, dazu eine Rutsche – fertig ist der kleine Spielplatz für die eigenen Kinder: „Heute können viele Privatgärten mit ihren Spielgeräten mit den öffentlichen Spielplätzen konkurrieren“, hat Heiko Brodermann vom Jugendamt festgestellt. Nicht nur deshalb möchte die Stadt langfristig ihre kleinen, weniger besuchten Spielplätze aufgeben und die Flächen möglicherweise verkaufen. Stattdessen sollen mehr große öffentliche Spielstätten „mit zentraler Versorgungsfunktion“ her, heißt es im „Rahmenkonzept Spielplatzbedarfsplanung“. Es wurde dem Jugendhilfeausschuss jetzt im Rathaus vorgestellt.

Neue Spielflächen mit mehr als 1000 Quadratmetern

„Unsere Empfehlung: Wir möchten einzelne Leuchtturmspielplätze ausbauen“, erklärte Jugendamtschef Jochen Müntinga als Ziel. Soll heißen: Vorrang haben große Spielorte, die mit ihren Spielgeräten und Freiflächen gleich mehrere Altersgruppen ansprechen, und auch Eltern zum Verweilen einladen. Kriterium: „Sie sollen über mehr als 1000 Quadratmeter verfügen und multifunktional nutzbar sein.“ Sogenannte Leuchtturmspielplätze eben. Dafür nähmen Eltern mit Kindern „einen Fußweg von 15 Minuten in Kauf.“

Als besonders attraktiv wurden die Flächen mit Spiel-und Bolzplatz auf der Heide in Hinsbeck und am Windmühlenbruch in Lobberich angeführt: Sie sprächen „alle Generationen an“ und hätten eine „zentrale Versorgungsfunktion für die umliegenden Stadtteile“. Langfristig jedoch sollen womöglich zusätzliche Leuchtturmspielplätze in den Stadtteilen selbst nicht nur junge Menschen anlocken.

Derzeit hat Nettetal rund 60 öffentliche Spielplätze mit insgesamt 136 000 Quadratmetern Fläche. Darunter fällt die Bolz- und Skateranlage wie etwa in Kreuzmönchdorf. Etliche jedoch sind nach Angaben des Jugendamtes klein, veraltet und kaum besucht. Zu den ältesten dürfte die kleine Anlage am Ulmenweg in Leuth gehören.

Übersicht zu den Standorten soll im Frühjahr vorliegen

Nicht aufgelistet sind private Spielplätze. Eine immer größere Rolle spielen Schulhöfe, die außerhalb der Unterrichtszeiten zum Spielen freigegeben sind. Doch auch andere Bereiche dienen zum Spielen, wie Hubert Schröder (CDU) anmerkte: „Spielstraßen nämlich“. Wie viele es in Nettetal gebe, solle die Verwaltung auflisten.

Kindern sollte jede Möglichkeit zu spielen, sich auszutoben, erhalten bleiben, mahnte Rolf Spitzkowsky (SPD): „Darum finden wir eine Veräußerung von Spielplätzen nicht in Ordnung!“ Schließlich setze man darauf, dass künftig mehr junge Familien nach Nettetal ziehen.

Ob alte kleine Plätze aufgegeben und verkauft werden sowie „die Entwicklung von Leuchtturmspielplätzen“ in Angriff genommen wird, will die Verwaltung in einer „Gesamtaufstellung zur Spielplatzbedarfsplanung in Nettetal im Frühjahr 2016“ vorlegen.

Zur Übersicht werden mit dem Nettebetrieb die Standorte der jetzigen Spielplätze in einem Grünflächenkataster verzeichnet.

Wohin das Jugendamt tendiert, machte Müntinga deutlich – jedenfalls nicht zu „klassischen Spielplätzen“, die als nicht mehr zeitgemäß gelten: „Mit Schaukel und Rutsche allein locken Sie heute kein Kind hinterm Ofen hervor.“

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