Die Nette muss bis 2027 als lebendiges Gewässer teilweise neu gestaltet werden. Die Maßnahmen kosten rund sechs Millionen Euro.

UMWELT
Die Wasserqualität der Nette soll verbessert werden – dank einer europäischen Wasserrahmen-Richtlinien.

Die Wasserqualität der Nette soll verbessert werden – dank einer europäischen Wasserrahmen-Richtlinien.

Lübke

Die Wasserqualität der Nette soll verbessert werden – dank einer europäischen Wasserrahmen-Richtlinien.

Nettetal. 15 Jahre noch, dann soll die Nette ein nahezu idealer Lebensraum sein: „Fische, Molche und Insekten werden sich spätestens 2027 wohlfühlen“, versprach Wolfgang Müller von der Bezirksregierung Düsseldorf. Er erläuterte am Mittwoch Hintergründe zum „Umsetzungsfahrplan der Wasserrahmen-Richtlinien im Flussgebiet der Nette“ im Haus Bey. Dort trafen sich unter Leitung des Netteverbandes die Kommunen, Behörden, Verbände und Privatleute, die als Nette-Anlieger betroffenen sind.

Was sich so kompliziert anhört, bedeutet nichts anderes die Verbesserung der Wasserqualität. Dafür hat die Europäische Gemeinschaft schon 2000 die Wasserrahmen-Richtlinien festgelegt: Bis 2027 müssen die Gewässer eine solch hohe Qualität aufweisen, damit sie einem geeigneten Lebensraum für Tiere und Pflanzen entspricht. Für die Nette heißt das: Veränderungen sind nötig, die insgesamt sechs Millionen Euro kosten werden.

Zwei Jahre wurde beraten, welche Maßnahmen nötig sind

„Biologie funktioniert nicht nach Plan“, mahnte Müller. Zwar werden die Auswirkungen von Maßnahmen, etwa der Abbau von befestigten Ufern, regelmäßig kontrolliert; Fachleute sprechen von „Monitoring“. „Aber wir müssen auch Geduld aufbringen, bis sich etwa hier ausgestorbene Lebewesen wieder einfinden.“ Welche Maßnahmen überhaupt nötig sind, wie sie sich umsetzen lassen und wer welche Kosten trägt, darüber haben die Beteiligten in einer Kooperation unter Leitung des Netteverbandes zwei Jahre lang beraten.

In Haus Bey wurde am Mittwoch der Fahrplan für die Umsetzung vorgestellt. Danach werden die Nette und ihre Zuflüsse an bestimmten Knackpunkten verändert: „Diese Punkte nennen wir Strahlursprünge“, erläuterte Volker Dietl vom Netteverband.

Entfernt werden Fichten und befestigte Uferböschungen

So werden an geeigneten Stellen befestigte Uferböschungen abgebaut oder Gehölze wie Fichten, die dort ursprünglich nicht hingehören, beseitigt. Diese Verbesserungen „strahlen“ auf den Fluss aus, so dass Tiere auch in den Abschnitten zwischen den Strahlursprüngen einigermaßen zurechtkommen.

Wo es wann losgeht mit den ersten Maßnahmen an der Nette, soll laut Dietl im Februar bekanntgegeben werden. Und spätestens 2017 sollen sich nicht nur Fische, Molche und Insekten im Lebensraum Nette wohlfühlen. Wolfgang Müller: „Das alles kommt auch den Menschen zugute, man denke nur an den Freizeitwert.“

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