Das Grünflächenkonzept tritt wegen einer technischen Panne nicht in Kraft. Das Personal wird um zwei Kräfte aufgestockt.

Nettetal. Im grünen Bereich ist längst nicht alles in Nettetal: Mit der Pflege ihrer Parks kommt die Stadt nicht nach, Abhilfe sollte ein Grünflächenkonzept schaffen. Doch statt es zu verabschieden, wie von der Verwaltung erhofft, verwies der Ausschuss Nette-Betrieb am Montag das Konzept zur Beratung an die Fraktionen.

„Nur in kleinen Schritten“ kommt der städtische Nette-Betrieb, zu dem Grünflächenamt und Bauhof gehören, der Pflege von Parks und Grünanlagen nach. Das gab die Technische Beigeordnete Susanne Fritzsche im Ausschuss zu. Die Folge: Einwohner und Besucher der Seenstadt beklagen sich über Zustände, die mit dem Bild einer Natur- und Tourismusstadt „nicht ganz übereinstimmen“.

Nettetal liegt beim Personalbestand unter dem Durchschnitt

Der Grund: Bei gestiegener Zahl der Grünflächen sank die Zahl der zuständigen Mitarbeiter (die WZ berichtete). Laut Heike Meinert vom Grünflächenamt liegt Nettetal unter dem Durchschnitt des üblichen Personalbestands in anderen Kommunen.

So können verunreinigte Parks oder überwucherte Grünstreifen an Straßen und Spielplätzen nicht so häufig wie früher beschnitten oder gereinigt werden. Und das, obwohl die Stadt bereits für 140 000 Euro jährlich Arbeiten an Firmen und Aushilfskräfte vergibt.

Solchen Missständen will die Stadt mit ihrem knapp 30-seitigen Grünflächenkonzept Einhalt gebieten. Doch weil durch eine technische Panne die Vorlage nicht rechtzeitig mit den Sitzungsunterlagen an die Ausschussmitglieder versandt wurde, beantragte Werner Jobst (WIN): „Das Konzept soll erst in den Fraktionen beraten werden.“

 Die Stadt ist zuständig für die Bepflanzung und Pflege von Parkanlagen, Flächen an Spielplätzen, Randstreifen an Wegen wie dem neuen Alleenradweg oder sogenannter Straßenbegleitflächen, im Volksmund Grünstreifen genannt.

Im Stadtgebiet betragen diese fast 400 000 Quadratmeter, rund dreimal mehr als vor 25 Jahren. Dazu kommen noch die Friedhöfe. Im gleichen Zeitraum sank die Zahl der zuständigen Mitarbeiter von über 30 auf 20.
 

 Bislang fußt die Pflege von Grünflächen auf dem Konzept von 1985. Die Erneuerung, die nun im Juni verabschiedet werden soll, sieht neue sogenannte Pflegestufen und Prioritäten für die verschiedenen Flächen vor.
 

Fatal dabei: Es fußt auf der längst im Wirtschaftsplan vorgesehenen Aufstockung des Personals um zwei Mitarbeiter. Fritzsche warnte, bei einer Verschiebung gebe es „in diesem Jahr keine Verbesserungen“.

Der Ausschuss stimmte schließlich einstimmig dem Kompromissvorschlag seines Vorsitzenden Günter Werner (CDU) zu: Mehr Personal ja, aber das Grünflächenkonzept wird noch in den Fraktionen beraten und kommt am 4. Juli wieder zur Abstimmung. jbh

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