Trotz weniger Müll und sinkenden Wasserverbrauchs werden manche Abgaben 2011 für die Bürger teurer. Kämmerer Müller spricht von „geringfügigen Erhöhungen“.

Nettetal. Ein bisschen Trost hat er für alle parat: „Wir haben alle die gleichen Befindlichkeiten, da bringt Ärger nichts“, meint Norbert Müller. Der Kämmerer der Stadt Nettetal über steigende Gebühren im neuen Jahr: „Manches hört sich enorm an, ist aber harmlos, es gibt überwiegend nur geringfügige Erhöhungen.“ Und die, so Müller, schlagen hauptsächlich beim Abwasser sowie bei der Straßenreinigung zu Buche – und bei den Bestattungskosten.

Norbert Müller nennt ein Beispiel für die freie Wahl: „Ein pflegeloses Urnen-Reihengrab kostet Sie 1500 Euro, ein einstelliges Wahlgrab 2500.“ Allerdings steigen die Friedhofsgebühren um etwa 1,1 Prozent.

Während diese Kosten von Bodenbeschaffenheit und Sterberate abhängen, kann der Bürger die Preise bei der Müllabfuhr beeinflussen – und tut es auch. Laut Müller fällt in Nettetal immer weniger Müll an, der zudem besser sortiert wird: „Die grauen und braunen Tonnen werden seltener zur Leerung rausgestellt.“

„Viele Haushalte können mit einer Erstattung rechnen.“

Norbert Müller, Kämmerer, zu den Müllgebühren

Weil nach dem so genannten Ident-System nur die 2010 tatsächlich erfolgten Leerungen berechnet werden, können „viele Haushalte mit Gebühren-Erstattungen rechnen“. Die Bescheide sollen Mitte Februar kommen. Da falle es kaum ins Gewicht, so Müller, dass die Pauschalgebühren für Tonnen und Abfallsäcke „leicht gestiegen“ seien: zwischen einem und fünf Prozent.

So wie mit Müll gehen die Nettetaler auch mit Wasser sparsam um: „Der Wasserverbrauch geht seit Jahren zurück“, zieht der Finanzchef der Stadt Bilanz. Doch was gut für die Umwelt ist, hat Nachteile für die Verbraucher: Mit sinkendem Frischwasserverbrauch steigt prozentual der Anteil der Abwasserkosten. „Aber die Erhöhung macht für ein Einfamilienhaus nur rund 20 Cent und für ein Mehrfamilienhaus etwa 1,20 Euro im Jahr aus“, erklärt Müller.

Der harte Winter sorgt für steigende Gebühren bei der Straßenreinigung

Von ganz anderem Kaliber sind die Zahlen bei der Straßenreinigung: Durch den „hohen Aufwand im letzten Winter“ steige für Hauseigentümer die Gebühr um 1,44 Euro pro laufendem Meter Wegefläche. „Aber das sind bei zehn Metern nur rund 14 Euro im Jahr“, versucht der Kämmerer zu beruhigen. „Ärgerlich ist eher, wenn wir bezahlen müssen, aber die Reinigungsmaschine wegen parkender Autos nichts ausrichten kann.“ Doch das, so Norbert Müller, gehe ja irgendwie allen so: „Da kann man sich mit trösten.“

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