Bei einem Festbankett im Seerosensaal blickt die Karnevalsgesellschaft auf ihre bewegte Geschichte seit der Gründung zurück.

fidele heide
Hoch auf dem Prunkwagen im Jahr 1939: Prinz Theo Kaisers mit Prinzessin und Gefolge.

Hoch auf dem Prunkwagen im Jahr 1939: Prinz Theo Kaisers mit Prinzessin und Gefolge.

Festbuch „Fidele Heide“

Hoch auf dem Prunkwagen im Jahr 1939: Prinz Theo Kaisers mit Prinzessin und Gefolge.

Lobberich. Seit 75 Jahren gibt es die Karnevalsgesellschaft „Fidele Heide“. Gefeiert wird dies am Freitag ab 19 Uhr mit einem Festbankett im Seerosensaal an der Steegerstraße.

Gegründet wurde die „Fidele Heide“ von Anglern und Bürgerschützen. Am 7. März 1936 trafen sich in der damaligen Gaststätte bei Trautchen Mattenaar (später „Heidekrug“) zwölf Mitglieder des Angelsportvereins „de wipp“ und die „Heier Schötte“. Die Karnevalsgesellschaft sollte „zünftigen Karneval“ und einen Rosenmontagszug organisieren.

Erster Rosenmontagszug wurde 1937 organisiert

350 Mitglieder kamen zur ersten Versammlung im April 1936. Bedingung: Sie mussten mindestens 18 Jahre alt sein und auf der Heide wohnen. Die erstreckte sich von der Düsseldorfer Straße (nur die westliche Seite) bis zur Hochstraße (nur die „Dammer-Seite“) sowie von der zur Sassenfelder Straße bis zur Neumühle (Gartz) und der Grenze zu Breyell.

Die „Fidele Heide“ organisierte 1937 den ersten Lobbericher Rosenmontagszug; Motto: „Alles onger eene Hot“. Zwölf Wagen und 20 Fußgruppen begleiteten Prinz Willy Ludwigs. Sogar die „Tömper“ (Süchtelner Straße) und „Die Blömkes van et Sossefeld“ machten mit. 1939 zog mit Prinz Theodor Kaisers der zweite Narrentreck – es war der letzte in Lobberich vor dem Zweiten Weltkrieg. 1946 gab es die erste „Dröppkes-Sitzung“: Getränke brachten die Gäste mit und zahlten dem Wirt „Korkgeld“.

Immer wieder hat die „Fidele Heide“ neue Ideen entwickelt. 1949 wurde das erste Kinderprinzenpaar gekürt. Der Narrentreck für den Nachwuchs zog vom Strandlokal Ludwigs (Flothend) zum Krankenhaus. Vor dem Portal hielt der Kinderprinz eine Rede.

Pendeln zwischen drei Kostüm- und Maskenbällen

Willy Ludwigs (1937), Theo Kaiser (1939), Hubert Brill (1950), Karl Blasius (1952-1959), Hans Hennen (1960), Gerd Krause (1961), Günter Schroers (1971), Heinz Koch (1973), Eduard Andrae, (1978), Horst Peschkes (1981), Manfred Mertens (1984), Ulrich Schroers (1987), Karl Heinz Andrae (1990), Hans Beckers (1993), Stefan Adrians (1999), Willibald Antwerpen (2002), Manfred Grundmann (2005), Manfred Göppert (2008) und Norbert Feldges (2011).

Der erste war Heinrich Simonett (ab 1936). Es folgten Willi Gartz (1938), Johannes van Overbrüggen (1946-1952), Jakob Versteegen (ab 1952), Heinrich Windhausen (ab 1956) und Günter Koch (ab 1958). Seit 1983 ist Manfred Mertens Präsident der mehr als 260-köpfigen Karnevalsgesellschaft.

Zum 75-Jährigen haben Manfred Göppert, Horst Peschkes, Norbert Feldges und Ulrike Mertens eine Festschrift zusammengestellt. Auf 111 Seiten und mit fast 100 Fotos gibt es einen Blick in die Geschichte Lobberichs.

1954 war der erste große Büttenabend in der „Königsburg“. Kostüm- und Maskenbälle organisierte die „Heide“ in den drei Sälen „Heinrich Haus“ (jetzt Stiels-Boos), Königsburg und „Ludwigs“. Die Besucher zahlten einmal Eintritt und konnten zwischen den Sälen pendeln.

1956 gerieten alle Vereine unter Druck: Viele verloren ihre Herberge, weil der Saal der Gaststätte Dammer für den Neubau der Sparkasse an der Ecke Hoch-/von-Bocholtz-Straße abgerissen wurde. 1959 schöpften die Lobbericher Hoffnung: Der neue Gemeindedirektor Hans Willi Güßgen war ein Freund des Karnevals. Er lud alle Vereine ins Café Seeger zur Gründung des KKL (Karnevals Komitee Lobberich) ein. 1960 gab es den ersten Tulpensonntagszug mit 18 Wagen und sieben Fußgruppen.

1973 war die erste Herrensitzung, 1983 die Gründung der blau-weißen Männer-Tanzgarde, 1985 Gründung des Damen-Elferrates, 1986 die erste Damensitzung und 2002 „Lachender und tanzender Seerosensaal“, eine Sitzung mit vielen Stehplätzen. Und 2010 gab es erstmals eine gemeinsame Sitzung von „Fideler Heide“ und Karnevals Komitee: „Kumm loss uns fiere“.

www.fideleheide.de

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer