Platz für Autos, Fahrräder und Firmen: Der Bereich südlich des Breyeller Haltepunkts soll umgebaut werden.

wza_1500x997_786324.jpeg
Der alte Schuppen des Güterbahnhofs in Breyell verschwindet.

Der alte Schuppen des Güterbahnhofs in Breyell verschwindet.

Kurt Lübke

Der alte Schuppen des Güterbahnhofs in Breyell verschwindet.

Breyell. Seit mehr als 30 Jahren wird das Areal des ehemaligen Güterbahnhofs nicht mehr genutzt.

Das soll sich nächstes Jahr ändern: Einstimmig beschloss der Ausschuss für Stadtplanung am Donnerstagabend den Bebauungsplan "Südlich Bahnhof Breyell". Damit sind die Weichen für die Umgestaltung gestellt.

"Gelände und Haltepunkt haben Potenzial."

Susanne Fritzsche, Beigeordnete

Die Technische Beigeordnete Susanne Fritzsche: "Unser Ziel: Sommer 2011 bauen." Die Stadt will das Gelände von der Bahn kaufen. Im ersten Schritt sollen eine Park- und Ride-Anlage sowie Fahrrad-Abstellplätze gebaut werden.

Zudem soll ein kleiner Gewerbe- und Dienstleistungs-Park entstehen. Zuschüsse seien für 2011 in Aussicht gestellt. Die Option für ein drittes Gleis im Bahnhofsbereich bleibe erhalten.

Fritzsche sieht die Zukunft des Areals rosig: "Das Gelände wie überhaupt der DB-Haltepunkt hat großes Potenzial. Man kann in Breyell wohnen und in Düsseldorf arbeiten. Wer mit dem Auto bis Breyell fährt, kann in die Bahn umsteigen."

Verlängerung der Regionbahn: Züge sollen alle 30Minuten fahren

Im Frühjahr 2011 wird die 40Jahre alte Eisenbahnbrücke zwischen Leuth und Kaldenkirchen erneuert. Sie überbrückt parallel zum Königsbach in Höhe der Kälberweide die Autobahn61. Die Brücke ist längst nicht mehr autobahn-tauglich, da sie für eine zweispurige Bundesstraße mit Fahrradweg gebaut wurde. Die Folge: Die Brückenpfeiler stehen seit dem Ausbau zur A 61 in der Standspur. Die Technische Beigeordnete Susanne Fritzsche berichtete im Ausschuss, dass der Landesbetrieb Straßenbau Abbruch und Neubau zahle, Nettetal müsse sich nur mit 50 000 Euro beteiligen. Die Brücke ist nicht nur Bestandteil des Alleen-Radwegs Kaldenkirchen-Grefrath. Fritzsche: "Täglich pendeln etwa 200 Schüler zwischen Lobberich und Kaldenkirchen."

Vor den Sommerferien wurden in Leuth Fragebogen verteilt, 346 Haushalte (41 Prozent) schickten sie ausgefüllt zurück. Markus Grühn (Planungsamt) stellte die Ergebnisse vor: 80 Prozent gaben Leuth die Note "Befriedigend", zehn Prozent "Ausreichend" und zehn Prozent "Unzufrieden". 78 Prozent der Rücksender waren Haus-/Wohnungseigentümer. Ein Viertel der Rücksender war über 60 Jahre alt. Vier Prozent der Befragten möchten wegziehen; Gründe: Beruf und mangelnde Einkaufsmöglichkeiten. 97 Prozent sind mit Natur und Landschaft zufrieden. 66 Prozent sind mit dem Kultur- und Vereinsangebot zufrieden, 23 Prozent sind unzufrieden. 31 Prozent wünschen ein besseres Busangebot und 70 Prozent einen Lebensmittelmarkt in Leuth.

Ähnlich wie am Kempener Bahnhof ist eine barreriefreie Unterführung zu den Gleisen geplant. "Hell, lichtdurchflutet und ohne Angst-Räume", verspricht Fritzsche.

Der beschrankte Bahnübergang Josefstraße/Vorbruch werde nach den Plänen von Bahn und Stadt geschlossen. Weil der geplante Tunnel Bestandteil eines wichtigen Schulweges sei, werde er hell, gut begehbar und beleuchtet geplant.

Zudem berichtete Fritzsche über die geplante Verlängerung der Regiobahn bis Venlo und die Verdoppelung des Zugangebots: 30- statt wie bisher 60-Minuten-Takt zwischen Venlo und Viersen. Die zusätzlichen Züge sollen nur in Breyell, aber nicht in Kaldenkirchen halten. Alle Gutachter würden den Haltepunkt Breyell sehr positiv bewerten.

Fritzsche: Zusätzliches Angebot trotz eingleisiger Strecke möglich

Fritzsche bestätigte der WZ am Freitag auf Anfrage, dass die zusätzlichen Züge möglich sind- obwohl die Strecke Viersen-Venlo in großen Teilen nur eingleisig ist.

Erst vor wenigen Wochen hatte Bundesverkehrs-Minister Peter Ramsauer den zweigleisigen Ausbau auf der Prioritätenliste zurückgestuft- es haperte an der Wirtschaftlichkeit.

Knackpunkt ist aber das Geld: Die doppelte Zahl an Zügen muss von den Kommunen bezahlt werden, die sie haben wollen. Schon jetzt erhebe der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr zum Ausgleich des Defizits eine SPNV-Umlage (Schienen-Personen-Nahverkehr) von 15 Millionen Euro.

Diese werde sich deutlich erhöhen. Wegen der Verbesserung der grenzüberschreitenden Verbindung hofft Fritzsche auf Geld vom Land.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer