Unter dem Titel „Kunst und Natur“ zeigen Brigitte Minten-Rathner und Salvatore Minten im Info-Zentrum der Biologischen Station einzigartige Werke.

AUSSTELLUNG
Was die Natur an Stoffen hergibt, haben Brigitte Minten-Rathner und Salvatore Minten zu Kunstwerken gemacht. Zu sehen sind die Werke im Info-Zentrum am Hinsbecker Bruch in Hombergen.

Was die Natur an Stoffen hergibt, haben Brigitte Minten-Rathner und Salvatore Minten zu Kunstwerken gemacht. Zu sehen sind die Werke im Info-Zentrum am Hinsbecker Bruch in Hombergen.

Joachim Burghardt

Was die Natur an Stoffen hergibt, haben Brigitte Minten-Rathner und Salvatore Minten zu Kunstwerken gemacht. Zu sehen sind die Werke im Info-Zentrum am Hinsbecker Bruch in Hombergen.

Hombergen. Gestatten, Bella Donna: Ganz in Weiß, mit Netzumhang und rotem Hut steht sie gleich am Eingang. Anmutig weich ihr Körper, verlockend, als lade sie einschmeichelnd ein in eine ebenso ungewöhnliche wie faszinierende Ausstellung: Unter dem Motto „Kunst und Natur“ zeigen Brigitte Minten-Rathner und Salvatore Minten aus Lobberich ihre Werke im Info-Zentrum der Biologischen Station Krickenbecker Seen am Hinsbecker Bruch.

Sie verarbeitet Wolle und Seide, er Gras, Rinde und Wurzeln

„Wir haben sie eher scherzhaft Bella Donna genannt, weil die Skulptur etwas Damenhaftes hat“, schmunzelt Brigitte Minten-Rathner. Damenhaft und doch nicht unnahbar, grazil und gleichzeitig kuschelig: Die hohe schlanke Figur ist aus Schafwolle. Natürlich der Stoff, künstlerisch die Form.

Was die Natur hergibt, an Stoffen bietet, haben die Künstler neu komponiert. Andere Formen, andere Wirkungen entstehen. Aus Wolle und Seide schafft Brigitte Minten-Rathner neben ihren Skulpturen auch Bilder, die gleichzeitig zart und ausdrucksstark erscheinen.

Gras und Rinde indes erstrahlen bei Salvatore Minten in verblüffender Leuchtkraft – wie bunte Kirchenfenster. „Ganz bewusst habe ich drei meiner Grasbilder in Form von Kirchenfenstern gestaltet“, erklärt der Künstler aus Lobberich. Wie Sonnenlicht durch bunte Fenster das Innere von Gotteshäusern mit Farbtupfern schmückt, funkeln die Naturbilder je nach Lichteinfall und Blickwinkel wie buntes Glas, mal bläulich, mal gelblich schimmernd. Salvatore Minten hat die verwendeten Farben nicht künstlich aufgepeppt, sondern vielmehr ihre natürliche Wirkweise ausgenutzt: Sandige Ockertöne und kobaltblaue Tupfer, gemasert von kolorierten Heuhalmen und Rindenstücken.

„Die einzigartigen Formen der Wurzelfunde vom Niederrhein habe ich mehrfach durch Leim konserviert, lasse sie durch flüssige Bronzefarbe glänzen.“

Salavatore Minten, Künstler

Das Künstlerpaar Brigitte Minten-Rathner und Salvatore Minten hat sein Atelier „Kunsthaus Nettetal“ in Lobberich, Heinrich-Haanen-Straße 5. Die beiden gründeten und betreuen die Künstlergruppe Sirius, der Menschen mit geistiger Behinderung aus den Lobbericher Wohnstätten der Lebenshilfe im Kreis Viersen angehören.

Die mehr als 30 Werke der Ausstellung „Kunst und Natur“ sind bis zum 19. Februar im Info-Zentrum der Biologischen Station Krickenberger Seen in Hombergen, Krickenbecker Allee 36, zu sehen. Öffnungszeiten: mittwochs bis sonntags, 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei. Anschließend zeigt das Info-Zentrum ab 22. Februar die Ausstellung „Landschaft, Mensch und Tier“ der Künstlergruppe Sirius.

Für Besucher haben die Mintens Infos zur Ausstellung und zu den einzelnen Werken zusammengestellt – verpackt in Filzsäckchen. Die Minten-Exponate können käuflich erworben werden.

Um Natur als Entwicklungsstadium im Schöpfungsprozess geht es im Info-Zentrum, da passen die Natur-Kunstwerke der Mintens wunderbar. Als Kontrapunkt zu den Werken, die aus Naturprodukten neu gestaltet sind, finden sich Naturelemente, die durch Künstlerhand dauerhaft erhalten bleiben: Wurzeln.

„Die einzigartigen Formen der Wurzelfunde vom Niederrhein habe ich mehrfach durch Leim konserviert, lasse sie durch flüssige Bronzefarbe glänzen“, erklärt Salvatore Minten. Diese Holzskulpturen im Vorraum des Info-Zentrums umringen gleichsam die schlanke Figur, die in ihrer Größe alles überragt, die mit dem ihrem roten Hut kess und keck zu grüßen scheint: Bella Donna.

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