Ein kleinerer Flächenbedarf macht die Kostensenkung möglich.

Auch auf dem Friedhof in Hinsbeck wird wegen der zunemenden Urnenbestattungen der Flächenbedarf kleiner.
Auch auf dem Friedhof in Hinsbeck wird wegen der zunemenden Urnenbestattungen der Flächenbedarf kleiner.

Auch auf dem Friedhof in Hinsbeck wird wegen der zunemenden Urnenbestattungen der Flächenbedarf kleiner.

Busch

Auch auf dem Friedhof in Hinsbeck wird wegen der zunemenden Urnenbestattungen der Flächenbedarf kleiner.

Nettetal. Die Aufwandskosten für Friedhöfe sinken. Dies hängt mit verschiedenen Faktoren zusammen. Einer der wichtigsten ist, dass der Trend immer mehr zu Urnengräbern geht. Denn diese sind wesentlich kleiner, nehmen nicht so viel Platz auf den Friedhöfen ein. Somit benötigt die Stadt nicht mehr so viel Fläche auf den Friedhöfen. In Kaldenkirchen etwa ist der alte evangelische Friedhof bereits 2015 geschlossen worden. In Lobberich wurden die nicht benötigten Flächen auf dem Friedhof sukzessive anderweitig genutzt: Es entstand die Kindertagesstätte am Caudebec-Ring sowie die Flüchtlingsunterkunft.

Prüfung des Flächenbedarfs soll im nächsten Jahr abgeschlossen sein

„Unter anderem durch die weggefallenen Flächen haben sich die Kosten für die Stadt verringert“, erläutert Rainer Lankes vom Nettebetrieb. „Derzeit prüfen wir in ganz Nettetal, welche Flächen darüber hinaus nicht mehr benötigt werden.“ Im Laufe des kommenden Jahres soll diese Prüfung abgeschlossen sein. Bereits vorher sollen aber schon die Friedhofsgebühren angepasst werden. Und zwar zum 1. Januar 2017. Dabei sollen die Nutzungsgebühren für eine Grabstelle sowie die Kosten für eine Andacht in der Friedhofskapelle sinken. Die Bestattung selbst wird hingegen etwas teurer. Insgesamt ergibt dies jedoch eine Kostenersparnis von rund vier Prozent. Somit würde ein pflegefreies Urnenreihengrab mit Beisetzung statt 2153 noch 2028 Euro kosten. Ein pflegefreies Reihengrab mit Beisetzung eines Sarges würde ab Januar noch 2174 Euro betragen (2267 Euro im Jahr 2016). In beiden Fällen würden die Gebühren um etwa 100 bis 120 Euro sinken. Hinzu kommen noch Kosten für die Einäscherung oder einen Sarg.

In jüngerer Vergangenheit hat die Nachfrage an Urnenbestattungen stark zugenommen. „Noch vor wenigen Jahren war es ein Verhältnis von 80:20 für eine Beisetzung im Sarg, jetzt sind es mehr als die Hälfte, die sich für die Einäscherung entscheiden“, sagt Lankes. 2015 wurden 105 normale Reihengräber und 108 Urnengräber neu gekauft. In diesem Jahr (Stand 31. Oktober 2016) sind es nur noch 56 Reihen- und 87 Urnengräber, die neu erworben wurden. „Die Tendenz geht ganz deutlich zur Urnenbestattung“, sagt Lankes. Dies wird sich auch noch weiter verlagern, da ist er sich sicher. Wenn die alten Verträge der Reihengräber nach insgesamt 25 Jahren auslaufen, werden dafür vermutlich vermehrt Urnengräber nachgefragt. Zumal die Verträge für Reihengräber nicht verlängerbar sind, lediglich die für Wahlgräber, in denen zwei Menschen bestattet werden. Sie laufen über 30 Jahre und können danach erneut erworben werden.

Insgesamt sind im vergangenen Jahr 389 Menschen bestattet worden, davon wurden 150 in einer Urne beigesetzt. In den ersten zehn Monaten dieses Jahres sind es bereits 178 Urnenbeisetzungen von 311 Bestattungen. „Immer mehr Menschen entscheiden sich für die Einäscherung, da diese wesentlich weniger Pflegeaufwand bedeutet“, erläutert Lankes. Denn ein Urnengrab werde nicht bepflanzt, lediglich eine Grabplatte erinnert an den Toten.

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