action medeor und Care schicken zwei Riesen-Pakete mit Medikamenten nach Haiti.

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Der Vorsitzende von Care, Heribert Scharrenbroich (l.), und Bernd Pastors, Vorstand action medeor, im Lager in Vorst, in dem die Hilfspakete gepackt werden. Schon am Samstag sollen sie in Haiti ankommen.

Der Vorsitzende von Care, Heribert Scharrenbroich (l.), und Bernd Pastors, Vorstand action medeor, im Lager in Vorst, in dem die Hilfspakete gepackt werden. Schon am Samstag sollen sie in Haiti ankommen.

Kurt Lübke

Der Vorsitzende von Care, Heribert Scharrenbroich (l.), und Bernd Pastors, Vorstand action medeor, im Lager in Vorst, in dem die Hilfspakete gepackt werden. Schon am Samstag sollen sie in Haiti ankommen.

Vorst. Kisten stapeln sich in meterhohen Regalen, Gabelstapler transportieren Pakete durch eine Lagerhalle und Mitarbeiter füllen und verpacken Karton um Karton. Die sehen aus wie ganz normale Umzugskisten - ihr Inhalt kann allerdings leben retten.

Die Hilfsorganisationen action medeor aus Vorst und Care schicken gerade zwei Pakete nach Haiti. Nach dem dortigen Erdbeben greift nun die Cholera um sich. Mittlerweile sind 70.000 Menschen infiziert, Schätzungen zufolge könnten es bis zu 400.000 werden.

Vor Ort wird die Versorgung langsam knapp

"Die Pakte von uns sind wichtig, denn vor Ort werden die Medikamente langsam knapp", sagt Julia Micklinghoff, Apothekerin von medeor. Sie selbst war in den vergangenen Monaten mehrmals in Haiti. Mit den Kisten kommen Medikamente gegen das Austrocknen der Cholera-Patienten ins Land, außerdem Antibiotika, Wasserentkeimungstabletten und ärztliches Zubehör wie Kanülen und Scheren.

Die zwei Pakete wiegen jeweils 2,5 Tonnen und haben zusammen einen Wert von circa 50.000 Euro. Schon am Samstag könnte die Sendung in Haiti ankommen. "Die Pakete gehen direkt an unser Landesbüro und werden von da aus dann koordiniert verteilt", sagt der Vorsitzende von Care Deutschland-Luxemburg, Heribert Scharrenbroich. Care und medeor planen, auch in Zukunft zusammenzuarbeiten.

Die Aufklärung hat oberste Priorität

"Wichtiger als alle Medikamente ist jedoch die Prävention", erklärt Micklinghoff. Beide Organisationen informieren die Menschen in Haiti über die Krankheit und erklären, wie man eine Ausbreitung verhindern kann. Denn wenn sich die Menschen an die hygienischen Maßnahmen halten, ist die Krankheit gut in den Griff zu bekommen.

Annahme Willicher Bürger, die ein Päckchen spenden möchten, können es am Donnerstag, 16. Dezember, von 10 bis 18 Uhr in der Kulturhalle an der Schulstraße14 in Schiefbahn abgeben.

Ausgabe
Die Geschenke werden am Freitag, 17. Dezember, von 10 bis etwa 17 Uhr an die Bedürftigen ausgegeben. Die Kulturhalle eignet sich dafür gut, da sie zentral liegt und die Schwellenangst dort nicht sehr groß ist.

Verpackung
Die Pakete sollten auf jeden Fall offen oder mit Klarsichtfolie versehen sein, damit der Inhalt einsehbar ist. Denn Einzelpersonen haben andere Wünsche als Familien.

Inhalt
Gespendet werden sollen vor allem haltbare Lebensmittel (Gebäck, Kaffee, Pralinen, Backzutaten, Säfte, Suppen und Konserven). Nicht in die Pakete gehören Kleidungsstücke, gebrauchte Kuscheltiere, Geld und leicht verderbliche Ware. Auch persönliche Weihnachtsgrüße dürfen beigelegt werden.

Helfer
Neben dem St. Bernhard-Gymnasium helfen auch andere Einrichtungen bei der Aktion. Darunter sind Kindergärten, das Meitner-Gymnasium und die Lindgren-Schule, die Caritas und die Firma St.Gobain.

action medeor versorgt gemeinsam mit Partnern 10.000 Gesundheitsstationen mit Medikamenten und medizinischen Geräten in 140 Ländern. Spendenkonto: 555 555 555, Volksbank Krefeld BLZ: 320 603 62, Stichwort: "Cholera in Haiti".

Care Deutschland-Luxemburg setzt sich mit circa 15.000 meist lokalen Mitarbeitern in 72 Ländern für die Überwindung von Armut, Hunger und Krankheit ein. Ihre Projekte zielen auf eine langfristige Verbesserung der Situation.

Insgesamt hat medeor seit dem Erdbeben rund 3500 Pakete im Wert von 1,9 Millionen Euro nach Haiti geschickt."Wir brauchen auch weiterhin Spenden, denn wir werden noch eine lange Zeit Hilfe vor Ort leisten müssen", sagt medeor Pressesprecherin Susanne Haacker.

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