Viktor Romanko war der Stargast bei der Jubiläumsfeier des Akkordeon-Orchesters St. Tönis.

Viktor Romanko war der Stargast bei der Jubiläumsfeier des Akkordeon-Orchesters St. Tönis.
Im Forum Corneliusfeld feierte das Akkordeon-Orchester St. Tönis seinen 60. Geburtstag.

Im Forum Corneliusfeld feierte das Akkordeon-Orchester St. Tönis seinen 60. Geburtstag.

Friedhelm Reimann

Im Forum Corneliusfeld feierte das Akkordeon-Orchester St. Tönis seinen 60. Geburtstag.

St. Tönis. Wenn man Geburtstag hat, noch dazu einen runden, darf man sich auch einmal selber etwas schenken. Das Akkordeon-Orchester St. Tönis hat sich ein solches Geschenk zum 60. Geburtstag gemacht. Mit Viktor Romanko. Er brachte sein Bajan, eine osteuropäische Form des chromatischen Knopfakkordeons, mit nach St. Tönis. Er bekam nicht nur dafür, dass er die lange Reise von Jekaterinburg an den 5000 Kilometer entfernten Niederrhein auf sich genommen hatte, Applaus, sondern auch für sein virtuoses Spiel. Dass sich Michael Kirches, der Vorsitzende des Vereins, besonders auf diesen Höhepunkt freute, verstand sich von selbst.

Nicht nur das Publikum, sondern noch mehr die Musiker des Vereins blickten gebannt auf die über die Knöpfe fliegenden Finger. Besonders als Romanko aus Antonio Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ aus dem ersten Satz spielte, kannte die Begeisterung keine Grenzen. Die Faszination war auch groß, als Romanko, der als großartiger Improvisationskünstler auf seinem Instrument gilt, die bekannte Weise „Mein Hut, der hat drei Ecken“ auf unterschiedliche Weise interpretierte. Mit so großem Einsatz, dass am Ende einer der Knöpfe klemmte. Was den 64-jährigen Professor nicht irritierte. Denn er wusste sein Instrument zu reparieren.

Aber nicht nur für Romanko gab es vom Publikum im fast ausverkauften Forum Corneliusfeld reichlich Applaus. Denn alle Orchester des Vereins spielten zur Musiknacht auf und zeigten einen Einblick in die breite Palette, die der Verein seit nun sechs Jahrzehnten bietet.

Auf die Geschichte sowie die Höhen und Tiefen ging Kirches bei seiner Begrüßung ein, die besonders an die Ehrenmitglieder Willi Schmitz und Dieter Schneiders gerichtet war. Kirches ist stolz, dass St. Tönis zu den drei größten Akkordeon-Vereinen der Republik zählt. Er erinnerte an viele große Feste, Reisen und viel Musik.

Carsten Kalkmann begeisterte mit dem Hobbyorchester das Publikum. Was schon wegen der gewählten Stücke gut gelang. Zu bekannter Musik aus Frankreich und Italien konnte das Publikum klatschen und mitsingen. Das war auch beim Zusammenspiel der Antonius Harmonists und der Schülergruppe der Fall. Vor allem bei der „kleinen Kneipe“. Ein Alphorn stand dieses Jahr im Mittelpunkt des Programms des Ensembles. Leiter Thomas Waser selbst spielte dieses hier eher ungewöhnliche Instrument. Er spielte Soli und das Ensemble gab die Basis für „Heidi“ oder die Zugabe „Amazing Grace“.

Nach der Pause hielt Viktor Romanko, aber auch das Stammorchester unter der Leitung von Viktor Kammerzell die Freude an der Akkordeonmusik hoch. Besonders bei den Paraphrasen über das russische Volkslied „Nebel im Tal“, das Kammerzell selbst arrangiert hatte und das auch eine Hommage an den Gaststar war, gelang dies gut.

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