Ein ehemaliger Kollege des Angeklagten sagte vor Gericht aus.

Ein ehemaliger Kollege des Angeklagten sagte vor Gericht aus.
Ein Ex-Mitarbeiter der Sozietät von Lothar Vauth (Bild) berichtete, dass Kunden mehrmals nach dem veruntreuten Geld gefragt hätten. Archiv

Ein Ex-Mitarbeiter der Sozietät von Lothar Vauth (Bild) berichtete, dass Kunden mehrmals nach dem veruntreuten Geld gefragt hätten. Archiv

dpa

Ein Ex-Mitarbeiter der Sozietät von Lothar Vauth (Bild) berichtete, dass Kunden mehrmals nach dem veruntreuten Geld gefragt hätten. Archiv

Tönisvorst/Krefeld. Am Freitag ist am Krefelder Landgericht, 2. Große Strafkammer, der Prozess gegen Lothar und Jessica Vauth fortgesetzt worden. Dem Tönisvorster Ehepaar wird Untreue in 923 Fällen vorgeworfen. Es geht um eine Schadenssumme in Höhe von 1,9 Millionen Euro.

Diesmal trat ein Mann in den Zeugenstand, der in der Sozietät, in welcher der ehemalige Rechtsanwalt Lothar Vauth Partner und seine Ehefrau Jessica Büroleiterin waren, als Anwalt gearbeitet hatte. Der mittlerweile 45-Jährige gab an, im Herbst 2007 im Dezernat Vauth angefangen zu haben. Gegangen sei er im Februar 2009. Er habe Lothar Vauth zugearbeitet, aber auch eigene Mandanten bekommen.

„Ich wurde als freier Mitarbeiter eingestellt, einen Arbeitsvertrag in dem Sinne hatte ich daher nicht“, ergänzte der Zeuge. Trotzdem sei er in Vollzeit für die Kanzlei tätig gewesen und habe monatlich etwa 2000 Euro erhalten. Für seine Krankenversicherung musste er selbst aufkommen, dasselbe galt für Auslagen, die seinen privaten Pkw betrafen.

Einblicke in die Kanzleikonten habe der Zeuge nicht erhalten: „Ich weiß, dass Herr und Frau Vauth diese Konten auf jeden Fall einsehen konnten. Ob das anderen gestattet war, kann ich nicht sagen.“ Gegen Ende seiner Tätigkeit in der Kanzlei habe es „vereinzelte telefonische Anfragen“ von Mandanten gegeben, die wissen wollten, „wo ihre Gelder blieben“. In solchen Fällen sei eine Notiz vom Zeugen angefertigt und ins Vorzimmer gegeben worden. Nach seinem Ausscheiden habe sich – im Zuge der Insolvenz der Sozietät – ein Verwalter an ihn gewandt und aufgefordert, sich an den Verbindlichkeiten zu beteiligen. Er habe sich daraufhin rechtlich beraten lassen, aber die Sache sei dann nicht weiter verfolgt worden. Er musste nichts bezahlen.

Der Prozess wird am Freitag, 9. März, 10 Uhr, fortgesetzt. sts

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