Rund 250 Besucher lauschten am ersten Weihnachtsfeiertag dem Posaunenchor der Emmaus-Kirchengemeinde am Schloss.

Rund 250 Besucher lauschten am ersten Weihnachtsfeiertag dem Posaunenchor der Emmaus-Kirchengemeinde am Schloss.
Der Platz vor dem Schloss war mit Besucher gut gefüllt, die Bläser an den Fenstern im zweiten Stock waren nur zu erahnen.

Der Platz vor dem Schloss war mit Besucher gut gefüllt, die Bläser an den Fenstern im zweiten Stock waren nur zu erahnen.

Friedhelm Reimann

Der Platz vor dem Schloss war mit Besucher gut gefüllt, die Bläser an den Fenstern im zweiten Stock waren nur zu erahnen.

Neersen. Das zunehmende Alter fordert seinen Tribut: Von den Zinnen des Vorwerks von Schloss Neersen aus haben in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten die Mitglieder des Posaunencorps der Evangelischen Emmauskirchengemeinde Weihnachtslieder gespielt. Die Zuhörer standen dabei auf dem Parkplatz, lauschten den Liedern und tauschten sich mit anderen Besuchern aus – eine willkommene Alternative zum Griff in den „Bunten Teller“ im trauten Heim. Diesmal war einiges anders, und das nicht unbedingt immer im positiven Sinne.

Zum ersten Mal konnte man nicht von „Turmbläsern“ sprechen: Weil sich die Musiker mit den zum Teil schweren und voluminösen Instrumenten über mehr oder weniger wackelige Treppen und Leitern ersparen wollten, spielten sie diesmal an drei geöffneten Fenstern im zweiten Obergeschoss des Schlosses. Dies war aus zwei Gründen keine glückliche Idee. Erstens waren die Musiker so gut wie gar nicht zu sehen – mal konnte man eine rote Weihnachtsmann-Mütze erkennen, mal einen kleinen Teil eines Musikinstruments. Zweitens kam die Musik akustisch längst nicht so gut rüber wie früher. „Warum spielen die Musiker nicht vor dem Schlossportal?“, fragten sich viele Besucher. Und es waren viele, mindestens 250, die sich dieses Stück Weihnachtstradition am ersten Feiertag nicht hatten entgehen lassen wollen.

Die Schützen schenkten Glühwein aus

Die Schützen schenkten Glühwein mit und ohne Schuss aus, man wünschte sich „Frohe Weihnachten“, freute sich, Menschen zu treffen, die man lange nicht gesehen hatte. Rosemarie Wiesner zum Beispiel aus Alt-Willich war wie immer mit dabei, mittlerweile 87 Jahre alt, begleitet von vier ihrer sechs Kinder.

„Wachet auf, ruft uns die Stimme“ von Johann Sebastian Bach war das erste Weihnachtslied, das die Bläser anstimmten, „White Christmas“ spielte der „Benjamin“ Harald Gantke (40) ganz alleine. Er ist mit Abstand der jüngste der neun „Turmbläser“, gefolgt von Karin Larsen (55). Horst-Dieter Schaumburg (78), Volker Hufschmidt (79), aber erst recht Manfred Gumbinger und Karl-Heinz Burbulla (beide 81) sind nicht mehr die Jüngsten – und Ingrid Otrzonsek ist sogar schon 83 Jahre alt. Am 28. Januar steht deshalb die Zukunft der Bläser auf der Tagesordnung des Kirchenmusikausschusses – nicht ausgeschlossen, dass das Weihnachtskonzert das letzte gewesen ist. Das wäre trotz der genannten Kritikpunkte sehr schade.

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