Ein Denkmal des Stadtpatrons St. Antonius steht seit gestern im Foyer des Krankenhauses in St. Tönis.

heimat
Verwaltungschef Klaus Becker enthüllt den Heiligen. Daneben (v.l.) Pfarrer Renz Schaeffer, Pfarrer Ludwig Kamm, Krankenhaus-Seelsorger Thomas Guntermann, Bürgermeister Thomas Gossen und Rolf Schumacher vom Heimatbund.

Verwaltungschef Klaus Becker enthüllt den Heiligen. Daneben (v.l.) Pfarrer Renz Schaeffer, Pfarrer Ludwig Kamm, Krankenhaus-Seelsorger Thomas Guntermann, Bürgermeister Thomas Gossen und Rolf Schumacher vom Heimatbund.

Friedhelm Reimann

Verwaltungschef Klaus Becker enthüllt den Heiligen. Daneben (v.l.) Pfarrer Renz Schaeffer, Pfarrer Ludwig Kamm, Krankenhaus-Seelsorger Thomas Guntermann, Bürgermeister Thomas Gossen und Rolf Schumacher vom Heimatbund.

St. Tönis. Einen guten Überblick über den Ort hatte er. Nur ihn selbst konnte keiner sehen – bis gestern. Seit dem Nachmittag steht der Heilige Antonius im Foyer des gleichnamigen Zentrums an der Gelderner Straße. Zuvor hatte die Steinfigur jahrzehntelang im Glockenturm an der Kapelle des Krankenhauses ein einsames Dasein gefristet.

Es war der umtriebige Rolf Schumacher, Ehrenvorsitzender des Heimatbundes, der die Idee hatte, den Ortsheiligen aus seinem Turm zu holen und ihn klarer der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Viele St. Töniser kennen die Figur, allerdings nicht im Original: Ein Bronze-Abguss von ihr steht seit über 30 Jahren an der Antoniusstraße. Sie war dem Ort zur 600-Jahrfeier gestiftet worden.

Wie auch immer: Seit gestern blickt der Heilige ungefähr lebensgroß auf die Besucher des Antoniuszentrums herab. Geschaffen hat sie der Künstler Schmitz aus Mayen. Die Firma Tubag schenkte sie dem Krankenhaus zur Einweihung 1965. Anders als ihr Abguss ist sie aus Tuffstein. Das ist Lava-Stein, das gleiche Material, aus dem der Kölner Dom gebaut wurde. Und natürlich – sonst wäre das Ensemble nicht komplett – steht zu Antonius Füßen das Schwein. „Ferkes Tünn eben“, betonte Pfarrer Ludwig Kamm unmittelbar nach der Einweihungszeremonie. Unterm Arm hält er das so genannte Regelbuch, in der Hand den Abtsstab.

Zuvor hatte Rolf Schumacher aus dem Leben von Anton erzählt: Er gilt als der Vater des Mönchtums, hatte sein Vermögen schon früh den Armen geschenkt. Ursprünglich stammte er – was viele gewundert haben dürfte – aus Ägypten. Er lebte, so will es die Überlieferung, in einer Höhle, später zog er in eine Burgruine.

Schutzheiliger und Notfallhelfer

Antonius gilt als Wundertäter der Wüste, er nimmt unter den Heiligen eine sehr exponierte Position ein. So gehört er zu den 14 Notfallhelfern und ist einer von vier Marschällen. Im Laufe der Jahrhunderte „erarbeitete“ er sich seine Position als Schutzheiliger gegen Seuchen und Tierseuchen. So wurde er auch zum Patron der Landwirte. Und weil er so gut für die Seuchenbekämpfung ist, passt er natürlich auch hervorragend ins Krankenhaus, wie Verwaltungs-Chef Klaus Becker betonte.

Die Verehrung für ihn erreichte im 14. Jahrhundert einen Höhepunkt. Am Niederrhein soll ein Schafhirte aus einem Strauch heraus Musik gehört haben. Als er nachsah, fand er ein Bildnis des Heiligen. An dieser Stelle wurde eine Kapelle errichtet – die Keimzelle von St. Tönis.

Damit’s keine zu trockene Angelegenheit wurde, gab’s auch Musik: Drei Schülerinnen der Musikschule „Flotte Finger“ gaben mit Querflöte, Klarinette und Klavier eine Kostprobe ihres Könnens.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer