Hat sich der Stadtsportverband seine Finanzprobleme selbst eingebrockt? Die Sportlerehrung könnte gefördert werden.

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Thomas Goßen (Bürgermeister, l.) und Paul Birnbrich (Sparkasse).

Thomas Goßen (Bürgermeister, l.) und Paul Birnbrich (Sparkasse).

Thomas Goßen (Bürgermeister, l.) und Paul Birnbrich (Sparkasse).

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Thomas Goßen (Bürgermeister, l.) und Paul Birnbrich (Sparkasse).

Tönisvorst. Schrille Alarmsignale kamen in den vergangenen Wochen vom Stadtsportverband Tönisvorst (SST): Die Sportlerehrung müsse ausfallen, der Verband selbst habe kein Geld mehr und sei im Bestand bedroht. Dafür verantwortlich gemacht wurde vor allem die Tönisvorster Sparkassenstiftung. Dagegen setzten sich die Verantwortlichen gestern zur Wehr.

In der Tat ist es so, dass der Sportverband nach einer Veränderung der Förderrichtlinien im Jahr 2010 keine pauschalen Summen mehr erhält, die er selbst nach eigenen Richtlinien weitergibt. Das gaben der Vorsitzende des Stiftungs-Kuratorium, Bürgermeister Thomas Goßen, sowie Lothar Birnbrich (Sparkassenvorstand) und Nicole Waßen (Kämmerin) vom Stiftungsvorstand unumwunden zu. Man habe die Geldverteilung nach dem „Gießkannenprinzip“ eingestellt und durch eine projektbezogene Förderung ersetzt. Darüber sei Aloys Kox, bis 2014 Vorsitzender des SST, informiert worden. Er habe dies aber an die angeschlossenen Vereine nicht weitergegeben, sondern ihnen nach der alten Praxis weiter Geld gezahlt – offenbar aus eigenen Verbandsrücklagen. Diese seien jetzt aufgebraucht.

Keine Anträge nach den neuen Richtlinien gestellt

Von einem „Kommunikations-Defizit“ spricht Thomas Goßen, während Nicole Waßen betont: „Es ist ja nicht so, dass wir nicht helfen wollten.“ Aber trotz mehrerer Gespräche mit Kox und seinem Nachfolger Roland Beurskens, zuletzt im Juli 2014, seien keine Förderanträge nach den neuen Richtlinien eingegangen. Statt dessen habe der SST in einem Brief fünf pauschale Summen ohne schlüssiges Finanzierungskonzept und ohne präzise Projektbeschreibung beantragt. „Das entspricht nicht den Anforderungen“, so Paul Birnbrich.

Er betont: Nach den neuen Richtlinien könne es eine umfangreichere Sportförderung als bisher geben. Man habe Rücklagen gebildet, könne Großprojekte unterstützen. Als Beispiel nennt er einen Antrag der DJK Teutonia St. Tönis, die Geld für ihren geplanten Kunstrasenplatz haben möchte.

Auch das „Projekt Sportlerehrung“ könnte durch die Stiftung gefördert werden – wenn denn ein vernünftiger Antrag vorliegt. Die Zeit wird knapp: Am 24. März werden im Kuratorium die vorliegenden Anträge behandelt. Laut Goßen wolle die Stadt die Ehrung gerne erhalten – vielleicht auch in einem anderen Format.

Der Stadtsportverband selbst werde sich neue, förderungsfähige Aufgaben suchen müssen, um seine Zukunft sichern zu können. Das könne zum Beispiel die Ausbildung von Übungsleitern oder die Beratung von Vereinen sein. Hilfestellungen könne man hier leisten, sagt Birnbrich, vom Verband selbst müsse aber auch etwas kommen: „Wir können ihn nicht zum Jagen tragen.“

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