Die Sprungfreunde wollen nicht, dass ihr Sport nach dem Unfall bei „Wetten dass“? in Verruf gerät.

St. Tönis. Sie sehen aus wie eine Mischung aus Stelzenmann, Känguru und Grashüpfer. Aus dem Stand können sie über einen Meter hoch springen und im Laufen Geschwindigkeiten von 30 bis 40 km/h erreichen.

Die Sportgemeinschaft Sprungfreunde trainiert in der "Seg for fun"-Halle in St. Tönis und hat Poweriser für sich entdeckt. Das sind Sprungfedern, die man sich unter die Füße schnallt.

Traurige Berühmtheit hat ihre Sportart durch den Unfall bei "Wetten dass?" erlangt. Dort hatte der Kandidat Samuel Koch versucht, mit den Sprungfedern über ein fahrendes Auto zu springen und sich dabei schwer verletzt.

"Der Kandidat hat das auf einem ganz anderen Niveau gemacht, als wir das hier machen", sagt Roman Bühner-Lomberg von den Sprungfreunden. Er will das Thema Risiko entschärfen und ist der Meinung, dass es in jedem Sport zu Unfällen kommen kann.

"Bei uns passieren nicht viele Unfälle."

Alexander Wöchtl, trainiert mit den Sprungfreunden.

"Bei uns passieren nicht viele Unfälle. Das Verletzungsrisiko ist mit dem beim Inline-Skaten zu vergleichen", sagt der 23-jährige Alexander Wöchtl, der seit über einem Jahr auf den Powerisern trainiert. Er ist eindeutig der Beste der Gruppe und ist so sicher auf den Sprungfedern unterwegs, dass man keine Angst um ihn hat. Locker springt er in die Luft, vollführt Kunststücke und springt über gestapelte Kartons.

Unfälle passieren, wenn der Sportler leichtsinnig wird

Die Poweriser kosten rund 300 Euro. Dabei halten die eigentlichen Stelzen recht lange. Je nach Gebrauch müssen die Gummifüße alle zwei bis drei Monate und die Sprungfedern jedes Jahr gewechselt werden.

Training Beim Trainieren mit den Powerisern wird der ganze Körper gefordert und die Fettverbrennung angeregt. Mehr Informationen zur Gruppe und zum Sport gibt es im Internet unter: www.sprungfreun.de

"Ich selbst bin vielleicht sechs oder sieben Mal hingefallen, habe mich aber nie schlimm verletzt. Man fällt vor allem, wenn man unachtsam ist oder leichtsinnig wird", erklärt Alexander Wöchtl. Im Internet hat er schon Videos von Leuten gesehen, die mit Powerisern über stehende Autos springen, ihm selbst sei das aber zu gefährlich.

Alle 19 Mitglieder der Gruppe tragen Knie, Ellbogen- und Handschoner, manche sogar zusätzlich noch Rückenprotektoren und einen Helm. Wenn sie in der Halle trainieren, üben sie Sprünge und Kunststücke, aber auch das richtige Fallen. Das Niveau innerhalb der Gemeinschaft ist recht unterschiedlich.

Manche sind erst seit wenigen Monaten dabei und üben sich noch im Gehen und Laufen auf den stelzenartigen Sprunggeräten. Wenn mal einer der Springer falle, komme es höchstens zu blauen Flecken oder Hautabschürfungen, so die Sprungfreunde.

"Eigentlich kann man schon nach 10 Minuten einigermaßen sicher auf den Powerisern laufen", erklärt Marc Warncke, der erst seit September dabei ist. Im Sommer organisieren die Sprungfreunde richtige Querfeldein-Touren. "In der Gruppe macht das einfach total Spaß und ist ein gutes Workout für den ganzen Körper", sagt Roman Bühner-Lomberg.

Die Gruppe hat keine Angst, dass ihr Sport negativ bewertet wird

Die Sprungfreunde sind eigentlich eine Krefelder Truppe, da viele aber aus St. Tönis kommen, trainieren sie oft in der Segway-Halle. Neue Mitglieder sind immer willkommen. Angst, dass ihr Sport jetzt negativ bewertet wird, haben sie nicht. "Ich denke, das ist einfach jetzt der erste Schock. Das wird sich wieder legen", sagt Wöchtl zuversichtlich.

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