Um eine beantragte Anlage in St. Tönis gibt es weiter Krach. Mit knapper Mehrheit wurde der Bau jetzt befürwortet.

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Auf diesem Gelände soll die Photovoltaik-Anlage entstehen.

Auf diesem Gelände soll die Photovoltaik-Anlage entstehen.

Auf diesem Gelände soll die Photovoltaik-Anlage entstehen.

St. Tönis. Die Geschichte zieht sich wie nasses Holz: Schon im Februar hatte ein Grundstücks-Eigentümer den Antrag gestellt, auf seinem Areal zwischen Benrader Straße und Maysweg in St. Tönis eine bodenebene Photovoltaik-Anlage errichten zu dürfen (die WZ berichtete). Mehrmals hat sich der Planungsausschuss mit diesem Thema beschäftigt. Er wird dies wahrscheinlich auch im kommenden Jahr tun.

Drei Nachbarn hatten Einwände vorgebracht

Zunächst hatte die Politik die Zustimmung von den Einverständniserklärungen der Nachbarn abhängig gemacht. Die meisten Nachbarn hatten keine Einwände.

Drei, die sich lange Zeit überhaupt nicht gerührt hatten, hatten sich auf den letzten Drücker gemeldet und Blendwirkung befürchtet. Da die Zustimmung aller Nachbarn nicht zu bekommen war, sollte nach Vorschlag der Verwaltung jetzt der Antrag auf Bau der Anlage abgewiesen werden. Aber es kam anders...

"Wir haben einen Fehler gemacht", meinte eingangs der Debatte Planungsausschussvorsitzender Hans Joachim Kremser (SPD). Es sei falsch gewesen, diesen Antrag im Vorfeld von einer hundertprozentigen Zustimmung der Nachbarn abhängig zu machen. Man müsse vielmehr den Antrag planungsrechtlich behandeln: Dabei hätten die Nachbarn offiziell die Gelegenheit, ihre Bedenken vorzubringen. Und erst danach sollten diese abgewogen und über den Fortgang des Änderungsverfahrens entschieden werden.

Es kam zu einer kontroversen Debatte. Während Christiane Tille-Gander für die CDU den Antrag wegen der Vetos der drei Nachbarn ablehnen wollte, plädierten Johannes Funck (SPD) und Jörg Frick (UWT) für ein formelles Änderungsverfahren.

Die geplante Photovoltaik-Anlage könnte ein Pilotprojekt werden, weil sie die erste ebenerdige in der ganzen Stadt wäre. Möglich ist das deshalb, weil die Hochspannungsleitung über das Areal kaum eine andere Nutzung zulässt.

Bauen möchte die Anlage ein Tönisvorster Unternehmer, der gleich neben dem Grundstück wohnt.

Tille-Gander befürchtete, herabfallender Regen könnte so laut sein, dass er die Wohnqualität beeinträchtigt. Jörg Frick sprach sich für die umweltfreundliche Anlage aus: "Die Gegner sind davon nicht betroffen, da sie dort gar nicht selbst wohnen und auch deren Mieter von einer Blendwirkung nicht betroffen sind."

Es kam zur Abstimmung: CDU und Herbert Derksen (GUT) waren für die Ablehnung, die Übrigen für die Weiterbehandlung. Mit dem Ergebnis von 7:6-Stimmen kamen die Antragsbefürworter durch.

"Wir werden wohl jetzt im nächsten Jahr den Aufstellungsbeschluss fassen", kündigte Vorsitzender Kremser an. CDU-Fraktionsvorsitzender Horst von Brechan schüttelte da nur mit dem Kopf.

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