Robert Brunner ist der neue Darsteller des Heiligen Mannes in St. Tönis. Er löst Heinz Kämmer ab, der nach 20 Jahren vom Pferd steigt. Brunner nimmt extra Reitstunden.

Wechsel
Martins-Komitee-Vorsitzender Jürgen Kuhlenschmidt (l.) ehrte Franz-Josef Peschges (2.v.l.), den langjährigen St. Martin Heinz Kämmer (3.v.l., auch im Bild oben) und Gerd Rütten (2.v.r.). Mit Bürgermeister Thomas Goßen (r.) begrüßte er Robert Brunner als neuen St. Martin (Mitte) und Erich Titzek als Beisitzer.

Martins-Komitee-Vorsitzender Jürgen Kuhlenschmidt (l.) ehrte Franz-Josef Peschges (2.v.l.), den langjährigen St. Martin Heinz Kämmer (3.v.l., auch im Bild oben) und Gerd Rütten (2.v.r.). Mit Bürgermeister Thomas Goßen (r.) begrüßte er Robert Brunner als neuen St. Martin (Mitte) und Erich Titzek als Beisitzer.

Martins-Komitee-Vorsitzender Jürgen Kuhlenschmidt (l.) ehrte Franz-Josef Peschges (2.v.l.), den langjährigen St. Martin Heinz Kämmer (3.v.l., auch im Bild oben) und Gerd Rütten (2.v.r.). Mit Bürgermeister Thomas Goßen (r.) begrüßte er Robert Brunner als neuen St. Martin (Mitte) und Erich Titzek als Beisitzer.

Lübke, Bild 1 von 2

Martins-Komitee-Vorsitzender Jürgen Kuhlenschmidt (l.) ehrte Franz-Josef Peschges (2.v.l.), den langjährigen St. Martin Heinz Kämmer (3.v.l., auch im Bild oben) und Gerd Rütten (2.v.r.). Mit Bürgermeister Thomas Goßen (r.) begrüßte er Robert Brunner als neuen St. Martin (Mitte) und Erich Titzek als Beisitzer.

St. Tönis. „Man kommt an den Job wie die Jungfrau zum Kind“, erzählte Heinz Kämmer. Er hat die vergangenen 20 Jahre für die St. Töniser Kindergarten- und Schulkinder den St. Martin dargestellt. Am Donnerstag wurde er dafür vom St. Martins-Komitee und von Bürgermeister Thomas Goßen geehrt. Und verabschiedet. Denn St. Tönis hat einen Neuen. Robert Brunner wird von nun an die Kinder erfreuen, indem er als St. Martin hoch zu Ross den Zug begleitet und mit Jupp Beudels als Armen Mann die berühmte Szene am Feuer spielt.

Trab und Galopp sind für den Neuen anstrengender als gedacht

Das Reiten hat der 43-Jährige extra für seine neue Rolle gelernt. „Das Schritt gehen ist recht einfach. Aber Trab und Galopp sind anstrengender als gedacht.“ Brunner ist auf derselben Straße aufgewachsen wie Anton Levels, der vor Heinz Kämmer 50 Jahre lang den St. Martin darstellte. Brunner: „Ich habe irgendwann mal gefragt, wie man St. Martin wird. Das war die falsche Frage.“

Danach ging alles recht schnell. Innerhalb weniger Wochen stand fest, dass er der neue St. Martin würde. Wie der Stadtflüsterer berichtete, lief Brunner beim St. Martins-Zug 2014 bereits mit. So geheim wie erhofft war das dann doch nicht. „Aber das ist ja alles gar nicht so schlimm. Im Gegenteil. Es ist eine Ehre“, sagt er. Seine Kinder (acht und fünf Jahre alt) sind mächtig stolz auf ihren Papa.

Bürgermeister Thomas Goßen schlug Brunner vor, seinen Text mit der CD zu lernen. Daraufhin erzählte Brunner, dass er den Text abgeschrieben habe. „Immer Play, Pause, aufschreiben. Jetzt spreche ich mir den Text beim Fahrradfahren vor“, berichtet er von Fortschritten.

Auch die Rüstung von Heinz Kämmer darf Brunner übernehmen. Bis auf die Stiefel, die an den Waden etwas zu eng sind, und dem Helm, der etwas locker sitzt, passt alles perfekt.

St. Martin muss auf alle Fragen der Kinder eine gute Antwort haben

Kämmer hat sich noch einmal für alles bedankt. Er habe in den 20 Jahren viele schöne Erinnerungen und Anekdoten sammeln können. „Es war eine schöne Zeit mit euch“, sagte er und gab Brunner noch den Tipp: „Immer wach bleiben.“ Die Kinder hätten es drauf, einem mit ihren Fragen die Schuhe auszuziehen. Man müsse schließlich zu allem etwas sagen können und dürfe bei allem nicht dumm klingen.

Den Kindern werde zwar erklärt, dass St. Martin eine Figur sei. Und doch sei die Freude groß, die Figur zu sehen. Bei diesen Begegnungen könnten immer wieder interessante Dialoge entstehen. Kämmer: „Ich wurde schon des öfteren erkannt. Auch im ungebügelten Hemd. Eine Formulierung werde ich nie vergessen: Da steht ein Kind vor mir und sagte: „Du bist doch der, der für uns den St. Martin spielt!’“

Vorsitzender Jürgen Kuhlenschmidt griff das auf: „Als das Rauchen in öffentlichen Gebäuden noch erlaubt war, zündete sich der Arme Mann eine Zigarette an. Mit kommt so ein Steppke um die Ecke und bemerkte nur, dass der Arme Mann ja gar nicht so arm sein kann.“

Auf die Frage, warum Kämmer aufhöre, wo es ihm doch so viel Spaß gemacht habe, antwortete er: „Man muss es nicht so lange machen, bis man vom Pferd fällt.“ Er ist sich sicher, dass Brunner ein würdiger Nachfolger ist und freute sich nun auf seine Zuschauerrolle.

Jedes Jahr ziehen in St. Tönis rund 1300 Schüler und 600 Kindergartenkinder mit.

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