Kurt Gebhardt aus St. Tönis besitzt die größte Slotcar-Rennbahn in NRW.

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Vorbei an Tribünen rast dieser Mini-Bolide durch die kurvenreiche Rennbahn am Tackweg. Fotos (3): Kurt Lübke

Vorbei an Tribünen rast dieser Mini-Bolide durch die kurvenreiche Rennbahn am Tackweg. Fotos (3): Kurt Lübke

Dieses Bild zeigt die Dimension der Anlage.

Die Felge auf dem Hinterrad des Choppers von Schalke-Legende Marcelo Bordon wurde bei Gebhardt in St. Tönis gefertigt.

Reimann, Friedhelm (rei), Bild 1 von 3

Vorbei an Tribünen rast dieser Mini-Bolide durch die kurvenreiche Rennbahn am Tackweg. Fotos (3): Kurt Lübke

St. Tönis. Der Mann gibt gerne Gas – beruflich und privat. „Es ist doch das Schönste, wenn man das Hobby mit dem Beruf verbinden kann“, sagt Kurt Gebhardt mit einem breiten Lachen. Im Eingangsbereichs seines Betriebes für CNC-Technik am Tackweg steht seine Harley-Davidson, deren glänzende Felgen und Fußraster aus eigener Produktion stammen. In der Firma selbst sind Tuning-Sätze aus Aluminium für ferngesteuerte Modellautos ein wichtiger Produktionszweig. Und im ersten Stock des Gebäudes hat der 53-Jährige die vielleicht größte Slotcar-Rennbahn in ganz Nordrhein-Westfalen aufgebaut.

Der Reihe nach. Kurt Gebhardt ist gelernter Zerspanungsmechaniker, der in einer Krefelder Walzendreherei ausgebildet wurde. In einem umgebauten Hühnerstall in St. Hubert fing er damals nebenbei an, mit einer gebrauchten Drehmaschine Metallteile für den privaten Gebrauch zu fertigen. Vor 25 Jahren machte er sich dann mit einem eigenen Unternehmen selbstständig.

„Ich halte die Bestzeit.“

Kurt Gebhardt, Slotcar- Rennbahn-Besitzer

„Schon damals war es mein Anspruch, mit Hilfe der modernsten Technik kreative Lösungen für schwierige Probleme zu finden“, sagt Gebhardt. Im Laufe der Jahre machte er sich einen Namen mit seinem „creative tooling“, also kreativem Handwerken, wie er selbst seine Arbeit auf der eigenen Homepage nennt. Ob nun im Maschinen- oder Bergbau, bei den Modellautos oder bei den Motorrädern – Lösungen aus dem Hause Gebhardt kamen an. Auch bei dem ehemaligen Schalker Fußballstar Marcelo Bordon: Für dessen maßgefertigten 100 000-Euro-Chopper lieferte Kurt Gebhardt die Felgen.

An dem Erfolg des St. Tönisers hat sich bis heute nichts geändert: Die Auftragsbücher sind voll, ebenso die 600 Quadratmeter große Produktionshalle mit den vielen computergesteuerten Maschinen: „Die sind fast alle bezahlt“. Und das, obwohl ständig in neue Maschinen investiert wird.

Neun Mitarbeiter sind bei Kurt Gebhardt beschäftigt, „sie alle sind gefordert, eigene Ideen einzubringen“. Denn auf einen Knopf drücken, um Löcher zu bohren, das könne jeder.

Kurt Gebhardt besitzt vier Gokarts. Auf seiner Slotcar-Bahn sind über 40 verschiedene Fahrzeuge verfügbar. Die Bahn wird gerne für Familien- und Firmenfeiern angemietet.

Kurt Gebhardt ist verheiratet und hat zwei Kinder – ein Sohn und eine Tochter. Er wohnt mit der Familie direkt neben seinem Betrieb.

Bürgermeister Thomas Goßen und die Wirtschaftsförderer Ulrich Esser und Markus Hergett haben sich den Betrieb vor einigen Tagen persönlich angeschaut.

Beruflich wie privat ist der 53-Jährige mit eigenen Internet-Seiten zu finden:
www.creativtooling.de
www.renncenter-toenisvorst.de

2008 baute Kurt Gebhardt an die Produktionshalle 130 Quadratmeter an – „fast alles in Eigenleistung“, wie er stolz erwähnt. Dort werden mittlerweile komplette Baugruppen für größere Maschinen zusammengesetzt.

Die Rundenzeiten werden auf die tausendstel Sekunde gestoppt

Noch spannender aber findet der Hausherr das, was er in der Etage darüber aufgebaut hat: 51,82 Meter lang ist seine Modellauto-Bahn. Sie verfügt über vier Spuren mit Überholsystem für maximal acht Fahrzeuge. „Gut 700 Arbeitsstunden stecken da drin“, sagt Gebhardt und verweist auf Motodrom, Tribünen, Podeste bis hin zu winzigen Ölfässern am Streckenrand, die alle selbst gefertigt wurden.

Regelrecht ins Schwärmen gerät er, wenn er von der Technik der Bahn erzählt: „Positions- und Bestzeitanzeige gibt es in Echtzeit, auf dem Monitor können die Fahrer Rundenzeiten auf die tausendstel Sekunde genau ablesen.“ Da hätte sicher auch Michael „Schumi“ Schumacher seinen Spaß, der dem Treiben von großen Postern aus zuschaut.

Der Gummiabrieb an einigen Stellen auf der Fahrbahn verrät, dass Kurt Gebhardt und seine Gäste auf der Slotcar-Bahn ganz schön Gas geben. „Ich halte die Bestzeit“, sagt der 53-Jährige trocken. Auch sein 15-jähriger Sohn, der ihn auf der Kart-Bahn locker abhängt, hat hier gegen den Papa keine Chance.

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