CDU und Grüne wollen gemeinsam Inhalte voranbringen und Führungskräfte gewinnen.

Willich. Lange schien es auf allen politischen Ebenen so, als wären die Liberalen der passende Partner für die Christdemokraten und als würden die Sozialdemokraten am besten mit den Grünen harmonieren. Umso überraschender der Plan der Willicher CDU und der Grünen: Sie wollen eine strategische Partnerschaft eingehen, wobei jede Partei ihren „Markenkern“ behalten soll.

„Wir haben viele Gemeinsamkeiten“, erklärte Raimund Berg, Fraktionsvorsitzender der Willicher Grünen, jetzt auf einer Pressekonferenz im Stautenhof. Und man stehe vor großen Herausforderungen. So laufe die Amtszeit der Technischen Beigeordneten Martina Stall Ende 2018 aus und Kämmerer Willy Kerbusch wird sich rund zwei Jahre später in den Ruhestand verabschieden.

CDU und Grüne wissen, wie schwer es ist, neue Führungskräfte zu gewinnen. Johannes Bäumges, Fraktionsvorsitzender der CDU, betont, dass es nicht darum gehe, sich „Posten zu sichern“. Man müsse aber zukünftige Schwerpunkte festlegen. „Es geht darum, die Marschroute für die künftigen Dezernentinnen beziehungsweise Dezernenten festzulegen“, erklärt Merlin Praetor, Vorsitzender der Grünen in Williich.

Bäumges drückt den Grund, mit den Grünen zusammenzurücken, so aus: „Die CDU möchte die Gestalterin der Stadt sein. Nachdem sie nicht mehr die absolute Mehrheit hat, braucht sie einen verlässlichen Partner – das sind die Grünen.“ Tatsächlich loben die Grünen die bisherige Zusammenarbeit mit der CDU, es sei ein gutes Vertrauensverhältnis entstanden. Dazu trägt auch der neu gewählte Parteivorsitzende Christian Pakusch bei, der den Kontakt zu den Grünen bereits seit geraumer Zeit pflegt und der auf folgendes hinweist: „Wir gehen keine Koalition ein, vielmehr haben wir uns geeinigt, bei Bedarf zusammenzuarbeiten.“

Was für Johannes Bäumges wichtig ist: „Die Mitglieder des Rates und der Fraktionen werden in ihren Entscheidungen auch künftig frei sein, wie es das Gesetz fordert. CDU und Grüne haben in der Vergangenheit übrigens immer mal wieder zusammengesessen und sind nach übereinstimmender Auffassung jeweils zu guten Ergebnissen gekommen.

Beispiele sind die Entscheidung für Badmanager Philipp Bauknecht. Beiden ist ein gutes Personalmanagement wichtig. Beide Parteien wissen auch, dass es Alternativen zum Individualverkehr geben muss.

Sowohl Grüne als auch CDU blicken nicht ohne Sorge auf die anderen Parteien: Auf eine SPD, auf die derzeit enorm hohe Fliehkräfte einwirken, als auch auf die FDP, die gegen Vieles ist, aber keine überzeugenden Alternativen zu bieten hat. „Uns geht es auch um Verlässlichkeit zum Wohl der Stadt“, so Bäumges.

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