Ein Gutachter sagt: Das Schulzentrum steht im Wasser, da eine Betonwanne fehlt.

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Bei der Eröffnung der Mensa war die Freude noch groß – doch die Grundwasserprobleme sorgten für Verdruss.

Bei der Eröffnung der Mensa war die Freude noch groß – doch die Grundwasserprobleme sorgten für Verdruss.

Das Grundwasser, das immer wieder in den Keller des Schulzentrums dringt, kann nur durch starke Pumpen gestoppt werden.

Reimann, Friedhelm (rei), Bild 1 von 2

Bei der Eröffnung der Mensa war die Freude noch groß – doch die Grundwasserprobleme sorgten für Verdruss.

Tönisvorst. Thomas Maas von der Mülheimer Gesellschaft „Aquatechnik“ ist schon seit langem öffentlich bestellter Sachverständiger für Geologie und Altlasten. Er hat in den vergangenen Wochen nach den Ursachen der teilweise durchnässten Mensa im Michael-Ende-Gymnasium geforscht.

Seine Ergebnisse präsentierte er im Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Gebäudemanagement und Liegenschaften. Sein Fazit: Es müssen dringend neue Brunnen und viel stärkere Pumpen her, um im Bedarfsfall das bei Regenfällen ansteigende Grundwasser zu senken.

„Sie sind sehr in die Tiefe gegangen, Kompliment.“

Horst von Brechan an die Adresse des Geologen

„Sie sind sehr in die Tiefe gegangen, Kompliment für ihre hervorragende Arbeit“, sagte Ausschuss-Vorsitzender Horst van Brechan (CDU). Und auch SPD-Fraktionsvorsitzender Michael Horst zeigte sich von Maas’ Arbeit überzeugt. Er wollte auch wissen, ob die Nässe vermeidbar gewesen wäre.

„Man hätte eine wasserundurchlässige Betonwanne einbauen müssen“, erklärte der Gutachter. Horst sorgte im Übrigen mit seinem Antrag dafür, dass über das Thema im öffentlichen Teil und nicht hinter verschlossenen Türen diskutiert wurde.

Das Unternehmen „Aquatechnik“ bekam gleich den Folgeauftrag, die Kosten der Wasserbekämpfung für drei mögliche Szenarien zu ermitteln: bei normalem Grundwasserstand und bei angenommenen Höchstständen, wie sie in den letzten 50 oder sogar 100 Jahren vorgekommen sind.

Die Mensa des Schulzentrums Corneliusfeld hat nach den Sommerferien 2010 ihren Betrieb aufgenommen. Eingerichtet wurde sie im Keller des Gebäudes. Damals wurden 300 000 Euro investiert. 84 Sitzplätze und 46 Plätze an Stehtischen wurden geschaffen.

Schon wenige Wochen nach der Eröffnung traten die Grundwasser-Probleme auf. Die verstärkten sich im darauffolgenden Winter so sehr, dass Pumpen zum Dauereinsatz kamen.

So viel scheint schon festzustehen: Auch bei einer normalen Grundwasserhöhe stehen bereits jetzt die Fundamente der Bodenplatte teilweise unter Wasser.

Zwei kleine Brunnen sind dort vorhanden. Die Pumpen reichen mit einer Fördermenge von sechs Kubikmetern pro Stunde (!) aber nicht aus. „Wir brauchen Pumpen, die mindestens 300 Kubikmeter schaffen“, riet der Experte. Bei einem hundertjährigen Ereignis sogar Pumpen mit einer Stundenleistung von 770 Kubik.

Die Absenkung des Grundwassers ist nach Ansicht von Maas die einzige wirtschaftlich vertretbare Alternative: „Schon bei einem 50-Jahre-Ereignis sind sie bei rund 250 000 Euro, die Folgekosten, also die hohen Stromverbräuche, gar nicht mitgerechnet.“ Als viel zu aufwändig bezeichnete Thomas Maas das Drunterziehen einer Folie oder das Abdichten der Kellerwände mit speziellem Kunststoff: „Dann können sie die Mensa auch neu bauen.“

Versickerung über 60 Meter lange Regolen

„Im Kellergeschoss ist die Heizung und die Elektro-Verteilung, könnten die auch vom Wasser betroffen sein?“, wollte Michael Horst wissen. „Wenn optimal abgepumpt wird, eigentlich nicht“, sagte der Gutachter, der aber von einer eingeschränkten Nutzung des Kellers sprach. Beigeordnete Nicole Waßen führte aus, dass die Elektroverteilung dort in absehbarer Zeit neu geregelt werde.

Ein Statiker soll das Fundament untersuchen

Auch die Versickerung des abgepumpten Wassers war ein Thema. Dies soll durch 60 Meter lange Regolen sichergestellt werden. „Nicht, dass dann das Grundwasser in den benachbarten Bereichen ansteigt“, befürchtete Andreas Hamacher (CDU). Der Experte sprach von einer Trichterwirkung, wonach zumindest im Umkreis von etwa 350 Metern kein Anstieg zu erwarten sei.

Können die Fundamente, die schon seit Jahren unter Wasser stehen, beschädigt sein? Dies hänge vom Stahlanteil des Betons ab und von der Betonaggressivität des Wassers ab. Letzteres will Maas noch untersuchen. Danach soll sich ein Statiker das Fundament vornehmen.

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