Nur Telekom-Kunden profitieren bisher von der neuen 112-Regelung.

Tönisvorst. Notruf ohne Umwege – die versprach die Kreisverwaltung Anfang April in einer Presseerklärung. Danach habe die Telekom endlich das alte Problem mit den fehlgeleiteten Notrufnummern 110 und 112 beseitigt. Nur 23 Anschlüsse profitierten von dieser neuen Regelung nicht, hieß es.

Bis zu diesem Zeitpunkt war es so, dass St. Töniser und Tönisberger in Notfällen von ihrem Festnetzanschluss aus zunächst auf der Leitstelle in Krefeld bzw. Wesel landeten. Von dort mussten sie nach Viersen umgeleitet werden. „Gehen Notrufe direkt bei der zuständigen Leitstelle ein, gewinnt man wertvolle Zeit und kann rechtzeitiger helfen“, lobte vor vier Wochen NRW-Innenminister Ralf Jäger die neue Regelung.

Andere Firmen haben drei Monate Zeit für die Umstellung

So ganz funktioniert der „Notruf ohne Umleitung“ aber immer noch nicht, hat jetzt ein St. Töniser herausgefunden: Mehrfach wählte er die 112, landete aber jedes Mal in Krefeld.

Wie das passieren kann, weiß Axel Küppers, Sprecher der Kreisverwaltung: Besagter St. Töniser habe keinen Telekom-Anschluss, sondern sei Vodafone-Kunde. „Die privaten Provider haben nach Abschluss des Verfahrens drei Monate Zeit, ihre Kunden auf die richtige Leitstelle zu routen“, so Küppers. Diese Möglichkeit habe die Bundesnetzagentur eingeräumt. „Das können wir nicht beeinflussen.“ Ein zeitgleich angestrebter Abschluss mit Vodafone und weiteren Netzanbietern sei an der Schlüsselstellung der Bundesnetzagentur gescheitert.

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