Realschul-Eltern kritisieren das Verfahren zur Einführung der Sekundarschule.

Tönisvorst. Soll die Sekundarschule in Tönisvorst „auf Biegen und Brechen durchgedrückt“ werden? Diesen Verdacht äußert die Schulpflegschaft der Realschule Leonardo da Vinci.

In einer Erklärung wird scharfe Kritik an der Art und Weise geübt, wie die Sekundarschule von Seiten der Stadt als Schulträger beworben wird. Die existierende Alternative, nämlich die Realschule, werde dagegen „völlig ausgeblendet“.

„Anfangs standen wir der Sekundarschule unvoreingenommen gegenüber“, sagt Vorsitzender Thomas Kühl. Doch das habe sich durch die Infoveranstaltung der Stadt und das „Klartext“ genannte Infoschreiben geändert. Darin würden mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet.

Anders als im „Klartext“ dargestellt sei, habe die neue Schule noch keine Lehrer. „Kann es nicht passieren, dass die Sekundarschule nicht zustande kommt, wenn nicht genug Anmeldungen vorliegen?“, fragt die Schulpflegschaft.

Tatsächlich hat die Stadt eine Mindestanmeldezahl von 75 vorgeschrieben. Wird diese Zahl nicht erreicht, wird es keine Genehmigung der Bezirksregierung geben. Es könne dann ein Anmeldeverfahren für die Realschule angeordnet werden, heißt es im „Klartext“. Die besondere Förderung der Sekundarschule (mehr Lehrer, nur 25 Schüler pro Klasse) gingen dadurch aber verloren.

Reibungsverluste durch die Trennung?

Die Schulpflegschaft der Realschule bezweifelt solche „plakative“ Angaben. Sie glaubt, dass immer die gleiche Zahl von Schülern in der Klasse sitzen werde, egal, welche Schulform zustande komme. Kritik wird auch an der Trennung von Sekundar- und Realschule geübt.

„Warum muss die Sekundarschule eine separate Schulleitung, ein separates Sekretariat und Lehrerzimmer haben?“, fragen die Eltern. Wie viele Reibungsverluste entstünden durch diese Trennung? Die Politik wird gefragt, ob die getroffene Entscheidung nicht „zugunsten einer besseren Lösung“ korrigiert werden könne. WD

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