Eine Kampagne soll alle Liegenlasser überzeugen, den Kot immer zu entsorgen. Ein Pilotprojekt in Tönisvorst.

Eine Kampagne soll alle Liegenlasser überzeugen, den Kot immer zu entsorgen. Ein Pilotprojekt in Tönisvorst.
Dieses Geschäft muss die Person am anderen Ende der Hundeleine entfernen.

Dieses Geschäft muss die Person am anderen Ende der Hundeleine entfernen.

Bernd Wüstneck

Dieses Geschäft muss die Person am anderen Ende der Hundeleine entfernen.

Tönisvorst. Hand aufs Hundeherz: Gehören Sie zu den Herrchen und Frauchen, die täglich zwei Gassi-Runden drehen und sich, sobald Ihr Hund sein Geschäft gemacht hat, umdrehen, schauen, ob die Luft rein ist und dann verduften, ohne sich um den Hundehaufen zu kehren? Dann lesen Sie weiter!

Sie gehören zu denjenigen, die durch ein Pilot-Projekt in Ihrer Heimatstadt bekehrt werden sollen.

In Tönisvorst leben zurzeit 2300 Hunde. Sie produzieren auf ihren Runden durch die Stadt und Grünanlagen täglich mindestens 5000 Hundehaufen, umgerechnet 150 Kilogramm. Das sind hunderte mögliche Tretminen, wenn man davon ausgeht, dass in jede nur einmal gelaufen oder gefahren wird. Von Kindern beim Spielen, von Senioren, die sich mit dem Rollator durch die Innenstadt bewegen, von Radlern oder Bauhof-Mitarbeitern, die die Beete pflegen und das öffentliche Rasengrün mähen müssen.

Partner des Pilotprojekts ist die Initiative gegen Hundekot

„Wir bekommen zum Thema das ganze Jahr Beschwerden“, sagt Ordnungsamtsleiter Wolfgang Schouten. Stadteigene (Plakat-)Kampagnen 2007 und 2014 hatten nicht nur für Aufsehen und erregte öffentliche Diskussionen gesorgt. Sie haben laut Schouten auch zu einer Besserung geführt. Aber: besser ist nicht gleich gut. Das Thema hält sich hartnäckig wie Hundesch. . . im Schuhprofil.

Tönisvorst will, sagt Bürgermeister Thoams Goßen, nun andere Wege gehen. Über ein besseres Miteinander der Bürger mit und ohne Hund.

 „Hundekot schürt Hundehass. Du und ich verhindern das!“ Wie Sehen Sie die Erfolgs-Chancen der ,Hundekot-frei“- Kampagne in Tönisvorst? Ihre Meinung zu diesem Igitt-Thema sammelt die WZ-Redaktion vor Ort am Freitag, 11 Uhr, auf der Hochstraße in St. Tönis.

 

Partner des Pilotprojekts ist die „Initiative gegen Hundekot in Deutschland, kurz „ighid“ genannt. Geschäftsführer Burkhard Küppers hat diesen Ansatz 2015 schon einmal in Krefeld, am Standort seiner Werbeagentur, propagiert.

„Wer erfährt, wie viel Ärger ein „Häufchen“ zur falschen Zeit am falschen Ort verursachen kann, wird ihn noch umsichtiger beseitigen.“

Burkhard Küppers von der Initiative gegen Hundekot in Deutschland

„Ich bin selber Hundebesitzer“, sagt Burkhard Küppers. Sein Antrieb für die PR-Kampagne: „Ich will nicht, dass einer in die Hundekacke hineintritt.“ Mit Motiven, die das Malheur für denjenigen visuell machen, der keinen Bogen um den Hundehaufen gemacht hat, sollen Hundehalter aufgerüttelt werden: das passiert, wenn sie nach dem gelegten Geschäft ihres Hundes untätig bleiben. Küppers selbst ist einmal in einer Mittagspause vor einem sehr wichtigen Geschäftstermin in einen Haufen getreten. „So etwas kann einen Tag, aber auch eine Karriere versauen.“

Küppers: „Nur die Gemeinschaft löst das Problem.“ Projekt-Partnerin Diana Wynen und er haben Vereine und Werberinge angesprochen. Im Oktober sollen Vorschulkinder und Schüler bis zur Klasse 7 flächendeckend durch eine erfahrene Tiertrainerin informiert werden. Sie erklärt, was zu tun ist, wenn man einen Hund hat. Weitere Info- und Aufklärungsaktionen folgen.

Das Projekt ist für die Dauer von sechs Monaten angelegt. Es kostet die Stadt 2500 Euro und startet mit der Befragung der Bürger. Ighit sucht die zehn schlimmsten Schmutzstellen in der Stadt. Dort sollen sehr bald Hundekotbeutelspender aufgestellt werden.

Das erklärte Ziel, das weiter über die Presse und ein intensives „Bespielen“ der sozialen Netzwerke transportiert werden soll, ist es, „ein Umdenken zu bewirken“.

Übrigens nicht nur bei den Hundebesitzern in der Stadt. Ordnungsamtsleiter Wolfgang Schouten hat auch die Reiter im Blick, die die Hinterlassenschaften ihrer Tiere auf Gehwegen und Straßen liegen lassen. Die illegale Entsorgung von Pferdeäpfeln ist auch in der Apfelstadt unerwünscht.

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