„Charleys Tante“ hat am 23. Juni bei den Schlossfestspielen Neersen Premiere. Viel gelacht wird schon bei den Proben.

„Charleys Tante“ hat am 23. Juni bei den Schlossfestspielen Neersen Premiere. Viel gelacht wird schon bei den Proben.
Das Ensemble von „Charleys Tante“ rund um Kalle Pohl (5.v.r.) hat nach eigenem Bekunden viel Spaß bei den Proben. Regisseur Jan Bodinus (mit Hut) hofft, dass sich das auch auf die Zuschauer überträgt.

Das Ensemble von „Charleys Tante“ rund um Kalle Pohl (5.v.r.) hat nach eigenem Bekunden viel Spaß bei den Proben. Regisseur Jan Bodinus (mit Hut) hofft, dass sich das auch auf die Zuschauer überträgt.

Friedhelm Reimann

Das Ensemble von „Charleys Tante“ rund um Kalle Pohl (5.v.r.) hat nach eigenem Bekunden viel Spaß bei den Proben. Regisseur Jan Bodinus (mit Hut) hofft, dass sich das auch auf die Zuschauer überträgt.

Neersen. Bei den Schlossfestspielen geht’s jetzt Schlag auf Schlag: Am Sonntag steht mit dem Familienstück „Das Dschungelbuch“ die erste Premiere ins Haus – und schon eine Woche später folgt mit „Charleys Tante“ das erste Abendstück der Spielzeit.

„Wir lachen schon viel auf der Probe und sind bester Hoffnung, dass es sich auf die Zuschauer überträgt“, sagte Intendant und Regisseur Jan Bodinus bei der Präsentation des Stücks. Eine alberne Travestienummer werde man gleichwohl nicht präsentieren: „Es liegt auch Tragik dahinter.“

Da ist er ganz auf der Wellenlänge seines Hauptdarstellers Kalle Pohl. Dieser hatte kürzlich schon im WZ-Interview angekündigt: „Wir werden viele Witze bringen, es wird richtig lustig – aber eine Klamaukrevue hätte ich nicht gemacht.“ In Neersen, so erklärte er jetzt, werde eine ganz neue Version des mehrfach verfilmten Stoffs – am bekanntesten sind sicher die Fassungen mit Heinz Rühmann und Peter Alexander – auf die Bühne kommen. Wozu vor allem viel Musik sorgen wird.

Kalle Pohl, der klassische Gitarre an der Musikhochschule in Köln studiert hat, steuert einige Musik- und Tanznummern bei. Nicht alles, was er sich ausgedacht hat, wird umgesetzt: Wie er und Jan Bodinus berichteten, habe eine dieser Nummern schlichtweg nicht gepasst – und sei deshalb wieder gestrichen worden. „Es ist toll, es nervt ein bisschen, aber es ist toll“, so Pohl über diesen kreativen Prozess. Und über die übrigen Ensemble-Mitglieder sagt er ganz trocken: „Ich bedanke mich für die Leistung meiner Kollegen – wenn es auch nicht viel ist.“

1920er Jahre sind dankbare Zeit für Ausstatterin Silke von Patay

„Charleys Tante“ wird von Jan Bodinus im England der 1920er Jahre angesiedelt. „Eine dankbare Zeit“ für Ausstatterin Silke von Patay. Tolle Kostüme, ein englischer Garten, ein Teehaus – all dies wird vor dem Schloss zu finden sein.

Die Handlung ist bekannt: Die Studenten Charles (David Imper) und Jack (Thomas Kahle) sind verliebt und möchten Amy (Vanessa Frankenbach) und Kitty (Maria Arnold) ohne Anstandsdame treffen. In die Rolle der reichen Tante aus Südamerika soll deshalb Gärtner Brasset (Kalle Pohl) schlüpfen, der anfangs von dieser Idee ganz und gar nicht begeistert ist. Nach reichlichem Genuss von Alkohol findet er aber immer mehr Gefallen an der Rolle – und dann trifft auch noch die echte Tante ein.

Ein unterhaltsamer Abend für die ganze Familie soll der Komödienklassiker auf der Festspielbühne werden. Geeignet sei er schon für Kinder ab zehn Jahren, heißt es im Programmheft. Beim Publikum kommt dies offenkundig gut an: Zu 76 Prozent sind schon jetzt die Karten für die 18 Aufführungen verkauft oder reserviert. Selbst die Premiere am 23. Juni ist so gut wie ausverkauft, obwohl es gleichzeitig ein WM-Spiel des deutschen Teams gibt. Auch insgesamt läuft der Festspiel-Vorverkauf richtig gut: „Die Marke von 20 000 Tickets ist schon überschritten“, so gestern Geschäftsführerin Doris Thiel.

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