Die Soko „Grenzstraße“ meldet Festnahmen: Vier Männer und eine Frau sollen dem St. Töniser aufgelauert haben.

Raubmord
Das war der Auftakt der Ermittlungen: In der Nacht nach der Tat am 1. Oktober 2014 wurden auf der Grenzstraße in St. Tönis die Spuren gesichert.

Das war der Auftakt der Ermittlungen: In der Nacht nach der Tat am 1. Oktober 2014 wurden auf der Grenzstraße in St. Tönis die Spuren gesichert.

Kriminalkommissar Ingo Thiel sagte am Freitag in der Pressekonferenz zur Brutalität der Tat: „Das ist ein Zeichen der Verrohung. Es wird immer doller in der heutigen Zeit.“

Zunächst hatte die Polizei nach einer Zeugenaussage nach einem Mercedes älteren Baujahres – hier im Bild ein Vergleichsmodell – gefahndet. Diese Spur erwies sich als falsch.

WZ-Archiv, Bild 1 von 3

Das war der Auftakt der Ermittlungen: In der Nacht nach der Tat am 1. Oktober 2014 wurden auf der Grenzstraße in St. Tönis die Spuren gesichert.

St. Tönis. „Leichtfertige Prahlerei“ ist dem 81-jährigen Rentner Johannes W. aus St. Tönis laut Polizei zum Verhängnis geworden. Der alte Mann, der am 1. Oktober in seiner Wohnung an der Grenzstraße in St. Tönis überfallen, brutal misshandelt und dabei so schwer verletzt worden ist, dass er im Krefelder Helios-Klinikum starb, war „kein Zufallsopfer“. Das haben die Staatsanwaltschaft Krefeld und Chefermittler Ingo Thiel am Freitag auf einer Pressekonferenz in im Mönchengladbacher Polizeipräsidium erläutert. Und gleich, wenn auch mit Details ausgesprochen zurückhaltend, fünf mutmaßliche Täter präsentiert.

Seit Mittwoch sitzt das Quintett in Untersuchungshaft. Die Festgenommenen sind 16, 17, 19, 20 und 22 Jahre alt. Es handelt sich um vier Männer und eine Frau. Gegen sie alle wurde Haftbefehl wegen Mordes erlassen. Staatsanwältin Sonja Pelka unterstellt ihnen Habgier und Heimtücke.

Raubmord
Das war der Auftakt der Ermittlungen: In der Nacht nach der Tat am 1. Oktober 2014 wurden auf der Grenzstraße in St. Tönis die Spuren gesichert.

Das war der Auftakt der Ermittlungen: In der Nacht nach der Tat am 1. Oktober 2014 wurden auf der Grenzstraße in St. Tönis die Spuren gesichert.

Kriminalkommissar Ingo Thiel sagte am Freitag in der Pressekonferenz zur Brutalität der Tat: „Das ist ein Zeichen der Verrohung. Es wird immer doller in der heutigen Zeit.“

Zunächst hatte die Polizei nach einer Zeugenaussage nach einem Mercedes älteren Baujahres – hier im Bild ein Vergleichsmodell – gefahndet. Diese Spur erwies sich als falsch.

Ahlen/Archiv, Bild 1 von 3

Kriminalkommissar Ingo Thiel sagte am Freitag in der Pressekonferenz zur Brutalität der Tat: „Das ist ein Zeichen der Verrohung. Es wird immer doller in der heutigen Zeit.“

Vier der mutmaßlichen Täter haben die deutsche Staatsbürgerschaft, einer ist serbischer Staatsbürger. Verwandtschaftliche Beziehungen bestehen unter ihnen nicht.

Die Ermittlungen beschrieb die Staatsanwältin als „nicht leicht und sehr sorgfältig. Wir gehen davon aus, dass die fünf Tatverdächtigen vorhatten, den Mann in der Wohnung abzupassen. Sie hatten sich dort erhebliche Vermögenswerte versprochen.“

Tatbeteiligung bei allen fünf Verdächtigen annähernd gleich

Raubmord
Das war der Auftakt der Ermittlungen: In der Nacht nach der Tat am 1. Oktober 2014 wurden auf der Grenzstraße in St. Tönis die Spuren gesichert.

Das war der Auftakt der Ermittlungen: In der Nacht nach der Tat am 1. Oktober 2014 wurden auf der Grenzstraße in St. Tönis die Spuren gesichert.

Kriminalkommissar Ingo Thiel sagte am Freitag in der Pressekonferenz zur Brutalität der Tat: „Das ist ein Zeichen der Verrohung. Es wird immer doller in der heutigen Zeit.“

Zunächst hatte die Polizei nach einer Zeugenaussage nach einem Mercedes älteren Baujahres – hier im Bild ein Vergleichsmodell – gefahndet. Diese Spur erwies sich als falsch.

Polizei, Bild 1 von 3

Zunächst hatte die Polizei nach einer Zeugenaussage nach einem Mercedes älteren Baujahres – hier im Bild ein Vergleichsmodell – gefahndet. Diese Spur erwies sich als falsch.

Wie sie auf den Rentner gekommen sind? Dazu sagt Ingo Thiel nur dies: „Durch Äußerungen in der Bevölkerung hat er seinen Lebensstil nach oben gepumpt.“

Beifall gibt es für Chefermittler Ingo Thiel und seine 23-köpfige Soko „Grenzstraße“ auf Tönisvorsts Straßen und in den sozialen Netzwerken. Ein Eintrag lautete dort: „Ich hoffe, dass nun auch die Angehörigen und Freunde des Opfers ein wenig mehr zur Ruhe kommen. Der Gedanke, dass diese Mörder frei rumlaufen, ist sicherlich grausam.“ Ein anderer Beitrag: „Tolle Arbeit der Polizei. Muss mal gesagt werden.“

Soko-Leiter Ingo Thiel konnte sich auch in dieser Ermittlung – wie schon bei der Suche nach dem Mörder des Grefrather Jungen Mirko vor vier Jahren – auf seinen Kollegen und Freund Mario Eckartz verlassen, der ihn während einer vierwöchigen Krankheitsphase hervorragend vertreten habe.

Wie jetzt, setzte Thiel auch Mitte September 2014 auf die Mithilfe der Bevölkerung, nachdem Kinder die stark verwesten Überreste eines Säuglings im Flöthbach in Anrath entdeckt hatten. Nach Veröffentlichung des grausigen Fundes in der Presse erreichten seine Soko viele Hinweise über die sozialen Netzwerke. Im selben Monat meldeten Thiel und Kollegen Erfolg: Die Eltern des Säuglings gestanden die Tötung. Ree/bec

Die Tatbeteiligung wird von den Ermittlern „bei allen als annähernd gleich“ bezeichnet. Um den Schlüssel für einen Tresor zu erpressen, waren sie brutal vorgegangen. Thiel spricht von Schlägen und Tritten gegen den 81-Jährigen. Todesursache sei schließlich, so das Ergebnis der Obduktion, „stumpfe Gewalteinwirkung gegen den Hals“ gewesen. Thiel: „Wir waren erschrocken über die angewandte Brutalität. Völlig überkandidelt.“

200 Einsatzkräfte waren beim Zugriff in drei Städten dabei

Die Festnahmen erfolgten am Mittwochmorgen gegen 6 Uhr zeitgleich in Weeze, Straelen und Bergheim. 200 Einsatzkräfte waren im Einsatz. Fünf Objekte, so Thiel, seien anschließend durchsucht worden. Beschlagnahmtes Material füllt nun „60 Umzugskartons. Eine Masse“, sagt Thiel. Er ist zufrieden: „Die Täter sitzen. Es fehlt uns keiner mehr.“

Eine DNA-Spur hatte zu einer der nun festgenommen fünf Personen geführt, die der Polizei bekannt war. Schließlich konzentrierte sich die Mordkommission auf das Umfeld dieser Person. Thiel spricht von „verdeckten Maßnahmen“. Dass sich jemand verplappert, will er nicht bestätigten.

„Vor zwei Wochen war uns die Konstellation der Täter bekannt.“ Daraufhin sei der Zugriff vorbereitet worden.

In der Zwischenzeit hatten sich zwei der Verdächtigen mehrere Wochen ins Ausland abgesetzt. Thiel: „Wir haben gewartet, bis alle wieder im Nest sind.“

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