Auf ihrer Gassi-Runde durch das Gelände am Wasserturm in St. Tönis entfernen die Bürger auch entdeckte Scherben und Pizzakartons.

Auf ihrer Gassi-Runde durch das Gelände am Wasserturm in St. Tönis entfernen die Bürger auch entdeckte Scherben und Pizzakartons.
Abfall findet nicht allein den Weg in die aufgestellten Mülleimer.

Abfall findet nicht allein den Weg in die aufgestellten Mülleimer.

Viele Glasflaschen werden mutwillig zerschlagen und liegen gelassen.

Schönes Freizeitgelände am Wasserturm, aber nicht alle Nutzer fühlen sich auch für seine Sauberkeit zuständig.

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Abfall findet nicht allein den Weg in die aufgestellten Mülleimer.

St. Tönis. Seit vielen Jahren trifft sich eine „Hunderunde“ zum morgendlichen Gassi-Gehen auf der Wiese am Wasserturm. Doch wie es dort in jüngsten Zeit aussieht, das treibt die Teilnehmer auf die Palme. Im Namen der „verantwortungsvollen Hundehalter“ haben sie sich deshalb mit einer E-Mail an die WZ gewandt.

„Morgens, 7.30 Uhr, in St. Tönis. Unser Trupp, bestehend aus sieben bis zehn Personen, trifft sich am Wasserturm zur morgendlichen Runde“, heißt es darin. Vorbei an überquellenden Mülleimern (teilweise aus der Verankerung gerissen) gehe es im flotten Schritt durch Pizza-Kartons und die Reste eines ausgiebigen Menüs einer bekannten Fastfood-Kette.

„Ganz ehrlich, nach so vielen Jahren der gemeinsamen Morgenrunden sind wir uns sehr bewusst, was für ein tolles Freizeitgelände der gesamten Bevölkerung der Stadt Tönisvorst hier zur Verfügung gestellt wird.“

Mitglied einer Tönisvorster „Hunderunde“, die sich für die Sauberkeit des Geländes am Wasserturm verantwortlich fühlt

Endlich sei das Stück Weg entlang des Kinderspielplatzes erreicht. „Ab dort verändert sich unser Fortbewegungsstil drastisch: In gebückter Haltung sammeln wir gemeinsam, in akribischer Feinarbeit, gewaltsam zerschlagene Flaschen ein, wobei die von uns mitgeführten Kotbeutel als Handschutz und Sammelbehälter zweckentfremdet werden.“ Zum Beweis haben die Akteure mehrere Fotos ihrer „Beute“ mitgeschickt.

Nach einer kurzen, im aufrechten Gang zurückgelegten Strecke, wiederhole sich dieses sportliche Bild wenige hundert Meter weiter, an der Bank Richtung Wasserturm. „Ganz ehrlich, nach so vielen Jahren der gemeinsamen Morgenrunden sind wir uns sehr bewusst, was für ein tolles Freizeitgelände der gesamten Bevölkerung der Stadt Tönisvorst hier zur Verfügung gestellt wird. Wir fühlen uns verantwortlich und nicht nur beim selbstverständlichen Sammeln und Entsorgen des von unseren Hunden fabrizierten Kots“, so eine Teilnehmerin der „Hunderunde“.

Kommunaler Ordnungsdienst lasse sich kaum blicken

Genauso selbstverständlich sei es für die Gruppe, andere, nicht sammelnde Hundebesitzer mittels Übergabe eines Tütchens auf diese Halterpflicht hinzuweisen. „Dabei sind wir alle überzeugt, dass wir durch unsere Gassirunden durchaus auch deeskalierend auf so manch eine alkoholgeschwängerte Fete auf dem Gelände wirken“.

Verärgert sind die Mitglieder der Gruppe, wenn der Hundehalter allgemein als eine Gattung rücksichtsloser Individuen dargestellt werde. Dabei habe man Menschen ohne Vierbeiner an der Leine bisher nur in Ausnahmefällen Dreck und Müll einsammeln sehen.

Verwundert ist die Gruppe darüber, dass sich der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) der Stadt auf dem Areal am Wasserturm kaum sehen lasse.

Was offenbar mit Personalproblemen zusammenhängt, wie die WZ erfuhr: Da es einen „akuten Mehrbedarf an Einsätzen“ gebe, werde die Ausschreibung von zwei neuen KOD-Stellen vorbereitet, erläuterte Pressesprecherin Catharina Perchthaler. Zuletzt war – unter anderem aufgrund von Erkrankungen – die Personaldecke sehr dünn geworden.

Stadt denkt über eine Kampagne zur Sauberberkeit nach

Wie Perchthaler gleichzeitig versichert, kontrolliere der Bauhof Spielplätze regelmäßig auf Verunreinigungen. Darüber hinaus werde in der Verwaltung über eine Info-Kampagne für mehr Sauberkeit im Stadtgebiet nachgedacht, um einen Bewusstseinswandel bei Bürgern herbeizuführen.

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