Retter werden bei Einsätzen aber auch schon mal beschimpft.

Retter werden bei Einsätzen aber auch schon mal beschimpft.
Lars Greiner, Feuerwehr-Sprecher aus Anrath.

Lars Greiner, Feuerwehr-Sprecher aus Anrath.

Markus Hergett, Sprecher der Feuerwehr aus St. Tönis.

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Lars Greiner, Feuerwehr-Sprecher aus Anrath.

Willich/Tönisvorst. Feuerwehrleute, die beim Einsatz von Schaulustigen beschimpft werden. Autofahrer, die den Rettern auf der Autobahn keinen Platz machen. Anwohner, die lautstark die Durchfahrt einfordern, wenn die Drehleiter beim Löschen vor ihrer Garage steht. Solche Fälle gehören in vielen Städten zum traurigen Alltag von Polizei und Feuerwehr. In Willich und Tönisvorst sieht es aber besser aus. Das erfuhr die WZ auf Nachfrage bei den Sprechern der Freiwilligen Feuerwehren.

„Beschimpfungen kommen nur selten vor“, berichtet Lars Greiner aus Willich. Uneinsichtig zeigten sich schon mal Schaulustige, die bei einem Einsatz den Weg versperren. „Ich bin ein freier Bürger und habe das Recht, hier zu stehen“ – solche Sätze bekomme man gelegentlich zu hören.

Massiver sei ein Fall gewesen, bei denen den Feuerwehrleuten bei einem Brand Gewaltmaßnahmen angedroht worden seien: Angehörige eines Mannes, der sich noch in dem brennenden Gebäude befand, ging die Arbeit der Rettungskräfte nicht schnell genug. Man habe die Männer daher von der Einsatzstelle verweisen müssen. Denn dazu hat die Feuerwehr das Recht.

Markus Hergett von der Tönisvorster Feuerwehr berichtet davon, dass die rechtlichen Möglichkeiten dazu jüngst noch einmal verbessert worden seien. „Und wir arbeiten auch eng mit der Polizei zusammen, die uns im Zweifelsfall helfen kann“, berichtet er.

Dass uneinsichtige Autofahrer schimpfend gegen eine notwendige Straßensperrung protestieren, hat er auch schon erlebt. „Das sind aber Ausnahmefälle.“ Verständnis dafür hat er nicht. Anders sieht es bei der Aufregung von Leuten aus, die um das Leben eines Angehörigen fürchten und sich deshalb aufregen: „In einer solchen Schock- oder Stress-Situation kann das vorkommen.“

Insgesamt sind Greiner wie auch Hergett mit der Situation in ihren Städten aber zufrieden. Denn es gebe dort auch den umgekehrten Fall: „Erst jüngst haben wir ein Dankeschön bekommen, weil wir einem Mann, der sich beim Reifenwechsel die Hand eingeklemmt hatte, rasch helfen konnten“, berichtet Lars Greiner.

Dass die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehren in Willich und Tönisvorst anerkannt wird, ist auch an anderer Stelle zu sehen: Nach wie vor findet sich Nachwuchs für die Helfer. „Die Zahlen sind insgesamt stabil“, sagt Hergett. Neue Leute seien gleichwohl jederzeit willkommen. WD

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