Am Neersener Schloss ist im Rahmen der Festspiele eine Ausstellung mit Werken von Sandro Antal eröffnet worden.

Am Neersener Schloss ist im Rahmen der Festspiele eine Ausstellung mit Werken von Sandro Antal eröffnet worden.
Der Künstler Sandro Antal (r.) erläutert sein Werk „Table dance“, Intendant Jan Bodinus hört zu.

Der Künstler Sandro Antal (r.) erläutert sein Werk „Table dance“, Intendant Jan Bodinus hört zu.

Friedhelm Reimann

Der Künstler Sandro Antal (r.) erläutert sein Werk „Table dance“, Intendant Jan Bodinus hört zu.

Neersen. Theater trifft Skulptur, zweiter Akt: Im vergangenen Jahr präsentierten Jürgen Möller und Bogdan Paprothny ihre Steinskulpturen – ein Rundgang ums Virmondsche Schloss wurde unter anderem für die Besucher der Festspiele zu einem zusätzlichen Kunstgenuss. Auch diesmal lohnt es sich wieder, in den Pausen seinen Platz zu verlassen und einmal ums Schloss zu gehen. Am Sonntag war die Ausstellungseröffnung.

Zu entdecken sind diesmal sechs Stahlskulpturen von dem Düsseldorfer Künstler Sandro Antal. Kuratorin Jutta Saum hätte nicht darauf wetten wollen, dass ein so arrivierter Künstler wie er mit zur Aufwertung des bestehenden Skulpturenparks beitragen würde. Aber der 74-Jährige griff nicht nur auf seinen Fundus zurück: Eine der sechs Skulpturen schuf er eigens für diese Ausstellung.

Der gebürtige Budapester, der vor dem real existierende Sozialismus in Ungarn nach Deutschland floh, studierte an der Düsseldorfer Kunstakademie und war dort später selbst Lehrbeauftragter. Er hatte sich früher aber auch als Schildermaler und Werbegrafiker durchgeschlagen, und das merkt man seinen Skulpturen auch an: Sie sind plakativ, bestehen aus einfachen Formen, fallen ins Auge und dringen von dort ins Gehirn des Betrachters vor.

Das Mitglied im Verein der Düsseldorfer Künstler, der frühe rauch mit ausgefallenen Performances auf sich aufmerksam gemacht hat, setzt sich bevorzugt mit dem Material Stahl auseinander, einem Material, in dem viel Energie steckt aufgrund des Herstellungsprozesses. Die Skulptur „Gib’ mir einen Punkt II“ besteht aus einem rechteckigen Stahlkörper und zwei gleich großen Würfeln auf Stahl in einem Rot-Orange. Die Würfel sind so angeordnet, dass ein sehr fragiles Gebilde entstanden ist. „Gib’ mir einen Punkt II“ ist noch extremer: Statt der farbigen Oberflächen ist das Material von Rost überzogen und die Konstruktion von zwei Körpern wirkt noch gewagter, weil sie schräg stehen und nur mit einer ganz kleinen Fläche den Boden beziehungsweise sich selber berühren.

Die dritte Skulptur heißt Trophäe und unterscheidet sich deutlich von allen anderen Exponaten: Auf eine Stahlstele hat Sandro Antal ein Fundstück aus Eisen gesetzt, das an ein Geweih erinnert. „Die ruhige Kugel auf der langen Bank“ ist eigens für diese Ausstellung entstanden. Die Bank besteht aus einem rostigen Profil, die Kugel verharrt am äußersten Ende.

„Table dance“ nannte der Künstler ein Objekt, bei dem eine runde rote Scheibe – sie könnte für die Sonne stehen – auf einem runden Tisch mit Rost hochkant befestigt ist, und zwar auf eine Weise, die nicht als stabil empfunden wird. Bei der Ausstellungseröffnung am Sonntag mit Intendant Jan Bodinus diente der „Table“ übrigens noch einem ganz anderen Zweck. Denn auch Sektgläser lassen sich darauf bequem abstellen...

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