Schiefbahn. Seit Jahrzehnten leben die Schiefbahner mit viel Verkehr – nur mit Mühe fließt er auf die angrenzenden Straßen und Autobahnen ab. Jetzt kamen rund 70 Anwohner zur monatlichen CDU-Bürgerrunde bei Hoster. Im Wesentlichen ging es um das kleine Wohngebiet Fontanestraße, das direkt neben den vier Flüchtlingshäusern entstehen soll. Anwohner selbst hatten diese Variante ins Spiel gebracht, sich davon eine Aufwertung der Wohnqualität erhofft.

Wie bereits im Planungsausschuss legten Verkehrsgutachter ihre Ergebnisse vor. Die wichtigsten Aussagen: Alle Varianten lassen sich auf den bestehenden Straßen abwickeln, darunter sind einige schon lange beruhigte Spielstraßen, wie Augustinerinnenstraße, Johannes-Spaetgens- oder Jakob-Germes-Straße. Eine neue Erschließungsstraße brauche man nicht.

Viele Anwohner sehen dies anders, wünschen sich eine Art „Bypass“, der den Verkehr hinter den Flüchtlingshäusern zum beabsichtigten Kreisverkehr Willicher/Korchenbroicher Straße führt. Sie stellten die ermittelten Kfz-Bewegungen zwischen täglich 111 und 171 Fahrzeugen infrage, schmunzelten, als der Experte bei der kleinsten Lösung von elf Fahrzeugen in der Spitzenstunde sprach. Mehrmals meldete sich Claus Brell zu Wort: „Wir wissen, dass es die große Nordumgehung nicht geben wird, aber wir wollen eine vernünftige Anbindung an die benachbarten Straßenzüge.“

Eine Erschließungsstraße rechnet sich laut Stadt nicht

Stadtplaner Thomas Scholemann erwiderte: So etwas rechne sich überhaupt nicht, man könne dafür in sechsstelliger Höhe keine etwa 400 Meter lange neue Erschließung bauen. „Aber Sie nehmen dadurch in Kauf, dass unsere verkehrsberuhigten Straßenzüge an Wert verlieren“, war der Einwand von Walter Kleiner, der an der Fontanestraße wohnt. Auch Anwohner von ganz anderen Straßenzügen meldeten sich, kritisierten die vielen Nadelöhre im Ort, von Hoch- bis Linsellesstraße, am Wallgraben oder an der Zehnthofstraße. Und bei vielen blieben Fragezeichen, wie sich der Verkehr tatsächlich nach der Fertigstellung des „Schiefbahner Dreiecks“ entwickele. Rainer Höppner, Vorsitzender der Werbegemeinschaft, fasste zusammen: „Von einer Erträglichkeit des Verkehrs kann man in Schiefbahn schon lange nicht mehr sprechen.“

Wie Christian Pakusch, Vorsitzender des Planungsausschusses, am Rande erklärte, werde es bei der Sitzung am 15. Februar noch keine Entscheidung geben: „Wir wollen danach noch einmal das Gespräch mit den Anwohnern führen.“ schö

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